Band 
Vierdter Theil. He - Mc.
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^.glich diest tage über keineswegs göttlich oder anbätens--wnrdjg gewesen. Ein Dominicaner, welcher Inquisitor desGlaubens war, schrie diesen lehr-satz alsbald vor eine ketzcrey?us, befahl denselben zu widerruffen, und ließ durch einen an-vern Mönch seines ordens das gegentheil predigen. In kur-Kkm nahmen sich die gantze orden der Franciscaner und derDominicaner gedachter ihrer Mitglieder an; die andächtigenMhe nahmen partey, wo sie ihre neigung am messen hin-v»g, und das gemeine volck theilte sich gleichfalls darüber in 2.Mtionen. Der Papst Plus II. befahl beyderseits Generalen,°aß sie die geschicktesten ihrer orden nach Rom schicken sollten;va sie denn in seiner, wie auch in vieler Cardinäle, PrälatenUM Doctoren gegenwart, gantze;. tage gegen einander dispu«l'Uen. Der gröste theil der versammlung und der Papst selbstMimrte auf der Dominicaner feite. Doch weil der letztereFranciscaner, um den beschlossenen creutz-zug zu predigen ,M sehr brauchte, so ward die entscheidung dieser streit-frage bis"meine andere zeit verschoben, und immittelst bey hoher strafeErboten, das geringste davon zu lehren oder zu schreiben. DeftU ungeachtet haben in den folgenden zeiten unterschiedene^chui-Lehrer diese controvers ihren grossen büchern mit ein-verleibt. dick. äs krause tom. II. p. 876.

^Marche, (Olivier äs Is) ein Burgunder vom Adel, war>ammer-Jnncker bey den Hertzogen von Burgund, Philippogütigen und Carl dem kühnen, und ward von ihnen zuu'elei, wichtigen Staats - fachen gebraucht. Er war es, derun. 1476. die verwittibte Hertzogin von Savoyen Iolantam,Mi der ein eigener artickul) auf beseht Carl des kühnen vonwenf entführte; wiewol er darinn es versähe, daß er ihren>Mtzen auf dem wege entwischen ließ. In dem folgenden"Me ward er in der schlacht bey Nancy, darinn gedachter Her-bst das leben eingebüßt, gefangen. Er wurde nach diesemN.Ertz-Bifchoffs Maximiliani und seines sohns des KönigsMlippi des schönen von Castilien Hofmeister, und verfertigteMe chronick nebst andern schriften, als Is karsment und^ttoiupkes äes Lames ä'stouneur, so durch Petrum äs Fray"^wehret, und zu Paris an. r;io. gedruckt worden. Er starbN Brüssel an. i;oi. ^k»ä»-ear, bist!. Lelg. O« A/ar»e, stibl.

Marchetti, (Alexander) war im jähr 16;;. den 17. mertzPvntormo, einem schloß zwischen Pifa und Florentz gelegen ,M einer sehr berühmten und adelichen familie entsprossen.Mm konnte auch bereits in seiner jugend abnehmen, was manins künftige von ihm versprechen dorfte, indem er schonseinem 14. jähre einen platz unter den vortreflichsten Jta-""»sschen Poeten einnahm. Nachdem er sich in den schönen^Mnschassken genugsam umgesehen, gieng er nach Florentz,Mu legte sich -anfangs mit grossem eifer auf die Rechte; ervurde aber deren überdrüßig, und verfügte sich nach Pifa, dieiWosophie daselbst zu erlernen. Als Borelli dahin kam, über-alsofort desselben unterweisüng, hörte ihn über denWelchem, und las für sich selbst die besten Mathematic-Lehrer,sMuf er noch die Medicin studirte. Endlich wurde er da-hwn vocckor, und der Groß-Hertzog ernennte ihn im folgen-^ lahre znm LeLtor der Logic, bald darauf aber zum ausser-wentlichen krokeffor der Philosophie, da er sich denn, weilr dem Aristoteles nicht in allen stücken folgte, viele feindecki. ^ den lssokelloristus machte. Doch blieb er in der gnadeak« Groß-Hertzogs, und bekam nach des Borelli tode im^1679. die krofsssrou derMathematic, bey welchem amtben^ besondern rühm erworben, und verschiedene nachge-d-Ms sehr berühmte männer, sowol in der Mathematic als Me-ts»?,« gezogen. Endlich gieng er wiederum einmal nach Pon->i 'uo , und beschloß bald darauf sein leben den 6. sept. an.

82. jähre seines alters. Seine schriften sind : Lx-,/'M>onss MsekauisD; äs sselicksmia 8oliäorum , Florentzfz,.^'iU4. kunäamsuta univercke 8eisntiss äs blotu univer-rig ^.M^slerato Lc. kroblemata fex a Lkrickopstoro 8aäls-

j^'»g oeö Anacreons in Italiänische verse: Letten neiia gua-

, ä'onäs auvsnga, cste alcuue ksrette äi vetro,^»^Mäock loro il gamsto rutte ck ckritost'no; VerschiedeneltänU'chriften Wider Guidonem Grandis,nebst sehr vielenIta-üd'fKen Poesien. In Handschrift aber hat er hinterlassen eineth°I,'^ung des Lucretii; Getichte; Briefe; Msscellanea Na-älrn^^ öc kstilofupstisa ; Anmerckungen über Ptolemaieine Übersetzung der Lueiäos Virgilü in Ita-Enw^ .^rse; ein Italiänisches Getichte, zur imitation desly^^ocirs und Lucretii. äs k.ktteratt. Wsero» ,

VI. ickoria äs ssrittori kiorent.

?eehetti, (Franciscus) ein Franzose, aus der Congre-lsv» des Orawrii, war Prediger zu Marseille, lind starb an.is-»'. Er hat geschrieben: Vis äs ^eanllapr. Lasst, Pans^ ^ ^rovenLLl 8oIit3ire su ^VIonL I-ldrrn, oder Vis

iy i,^ss 5 : OgKup äs Lkacksuil, Aix >6z8. in 8- Ports 1666.

«e äelaours für Is stsegocs äes Lentils-bommes äs luVil-

still? '^rksills, L für lL oualirs äs noklss blsrcbZnäs, Mar-in 4» Lxplisatton äes Lckißss iL Loütumes äs«* ' ib. r6x;. in 8. bibl. bick.

d>»rd /«^cheitis, (Dvminicus von) ein berühmter Usäisu«,W lahr 1626. zu Padua gebohren, und daselbst von zu»Theil.

gend auf in der Anatomie und Chirurgie von seinem vatter,Peter von Marchettis, einem ebenfalls berühmten lVleäieo undkroleckore, unterwiesen. Im z6. jähre seines alters bekam erden ersten sitz unter den LKirurgis, im jähr >68o. aber wardihm die ausserordentliche krofeckion der practischen Medicin er-theilet, und endlich gelangte er zu der ersten stelle unter denLnkttomicis. Von seiner treflichen erfahrung zeugen noch dievielen briefe, welche die gesundheit anbetreffend, von sehr vie-len Fürsten und andern grossen Herren an ihn abgelassen wor-den , und welche noch nach seinem tode gedruckt werden soll-ten, so aber nicht geschehen. Er starb an. r688. im 62.jähre seines alters, und hinterließ verschiedene schriften , da-von aber nur eine einige, »emlich seine Anatomie, zu Paduagedruckt, und zu Leiden 1688. in 12. zum drittenmal wiederaufgelegt ist. Sein bruder, Anton, war noch an. 172;. eben-falls Professor der Medicin zu Padua, und damals schonÜber 80. jähr alt. ^a^>acko/>o/r, stick. L^mn. kawv. tom. I.x>. 18z. und;78.

Marchiennes, ist eine kleine stadt in Flandern, zwischenDouay und St. Ämand, an der Scarpe, worinn sich eine be,rühmte Abtey Benedictiner - ordens befindet. Die Franzosennahmen sie an. 1712. nach der schlacht bey Denain den Miss-ten wieder ab. Eine andere kleine stadt, nahmens Marchien-nes »u konr, liegt in dem Stift Lüttig, an den grentzen derGrafschafften Hennegau und Namur, zwischen Charleroy undFontaine fstveoue, an dem rechten ufer der Sambre, über wel,chen stuß daselbst eine brücke gehet, wovon sie ihren beynahmenbekommen hat.

* Marchm, ein berühmtes Niederländisches geschlecht, wel.

ches aus dem Stift Lüttich entsprossen gewesen. Nenebondvon Marchin hinterließ von Lenke Ieavien, die er an. 1457. ge«heurathct, Colartum von Marchin, der an. 1506. lebte, undmit Johanna Colon, Frau von Chanteraine, Reinerium vonMarchin, Herrn von Chanteraine, zeugte. Derselbe war an.1562. am leben, und wurde durch Annam vvn Boix ein vat-ter Nicolai von Marchin, Herrn von Chanteraine, welchersich an. 156?. mit Margaretya von Orley verehlichte, und an.iüLi. das zeitliche gesegnete. Sein söhn, Johannes von Mar,chin, Herr von Chanteraine, brachte an. 1642. die HerrschafftModave an sich, und hinterließ bey seinem an. 1652. erfolgtentode, von Johanna äs la Vauxrenard, die er an. 1603. geeh-lichet, Iohannem Casparum Ferdinandum, welcher, wie ausseinem gleich folgenden artickul zu ersehen, an. 1653. von demKayser Leopolds zum Grafen von Marchin erkläret wurde,und da er an. 167;. starb , von Maria, einer tochter Henricivon Balsac, Marquis von Clermont ä'Entragues, Ferdinan-dum, Grafen von Marchin und Marschall von Franckreich,nach sich ließ, von welchem gleichfalls ein besonderer artickulhandelt. stick. Zsueal. tom. VII. x. 677. feg.

* Marchin, (Johannes Casparus Ferdinandus, Graf von)

des H. Nöm. Reichs Graf, Herr von Modave, Königlich-Spa-nischer Kriegs-Rath und Gcneral-Capitain in den Niederlan-den , war ein söhn Johannis von Marchin, Herrn von Chan.teraine und Modave, den derselbe mit Johanna von Vaux-renard gezeuget hatte. An. 1642. war er Oberster über ein Lüt.tigisches regiment leichter Pferde, an. 164;. aber Feld-Marschallund Oberster über ein regiment cavalerie. Nach diesem wur-de er Gouverneur von Bellegarde und Tortosa, wie auch Ge-neral-Lieutenant bey der armee, welche der König von Franck-reich in Catalonien schickte, woselbst er an. 1649. i6;o. und1651. die stelle eines General-Capitains vertrat, und zugleichdas Gouvernement von Stenay besaß. An. 165,. trat er inSpanische kriegs-dienste, und wurde im jun. General - Capi»tain der armem in den Niederlanden , da er denn an. 1656.sich bey dem entsatze von Valenciennes mit befand. An. 1647.gab ihm der König von Engelland, Carolus II. gewalt, unterden Hertzogen von Jorck und Glocester alle seine macht zu Was-ser und lande zu commandiren, und beehrte ihn an. i6;8. imfebr. mit dem orden des Hosenbandes, der Kayser Leopoldusaber erhub ihn im aug. des jetzt-besagten jahres in den Gra-fen-stand des H. Röm. Reichs. An. 1667. commandirte er dieSpanischen völcker in den Niederlanden, wurde aber den ; r.aug. bey dem canal von Brügge durch den Marquis von Cre-quy geschlagen, und starb an. 167;. Er war ein mann vongrossem verstände, nachsinnen und hertzhafftigkeit, und hattevon seinem 14. jähre an, da er unter dem General Tilly ge.dienet, 40. feldzügen beygewohnet. Bey dem Printzen vonConds, Ludovico II. stund er in grossem ansehen, und mustedeswegen von dem Cardinal Mazarin viel leiden, welches ihnauch bewog, die Französische dienste zu verlassen, ,

stick, genest, tom. VII. x. 678. Lg/»aZe-, snnsl. tom. II.

Marchin, (Ferdinand, Graf von) und des H. R. ReichsGraf, Marquis von Clermont ä'Entragues, Gouverneur vonValenciennes, Ritter der Königl. orden und Marschall vonFranckreich, war an. 1656. gebohren, und kam nach seines vat-ters, des obigen Joh.Casp.Ferd. tode m dem 17. jähre seines al-ters nach Franckreich, wo man ihm 167;. eine Capitain-Lieute-nants-stelle bey der cavalerie gab, und nachdem er etliche feldzü-ge gethan, an. 1688. zum Brigadier machte. Er commandirtehierauf an. 1639. in Deutschland, und ward an. 1690. in derschlacht bey Fleury verwundet. An. 169;. wohnte er alsFeld-Marschatt der schlacht bey Neerwinden und der eroberung

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