mar
mar
1027
4;o. Drey tage nach seiner wähl gab er ein scharf gesetz wi-ver die ketzer, und rief die von dem falschen Loncilia zu Eiche,w abgesetzt - und verjagte Bischöffe wieder zurück. Nachge-vends an. 4,i. berief er wegen des LmyLkianilmi ein aüge,seines Lanellium nach Chalcedon, welchem er selbst beywvhn.Damit nun die schlüsse dieses Loncilii einen desto bessernNachdruck haben möchten, gab er zu solchem ende verschiedeneActe heraus. Im übrigen hielt er guten frieden mit denPersern, schickte auch dem Abendländischen Kayser Valentinia-ll. hülfs-völcker wider den Attila zu , weigerte sich Hertz-Äfft genug, diesem Wüterich den von Theodosio II. verspro-chene» tribut zu bezahlen, und gab ihm sowol dadurch, alsdurch stch übriges bezeigen eine solche meynung von sich, daß erwn nicht getraute anzugreiffen,sondern seinen zng gegenOccidentHahm. Auch nahm er nach dem tobe Attila, um die gemaltAr Hunnen desto mehr zu brechen, die von ihnen abgefalleneSpider und Gothen in schütz, und gäbe den ersten in Da-An, den andern in Pannonien sitze. Als er sich zum kriegewider die Wandalen rüstete, welche Rom geplündert, und Va.Miniani II. gemahlin und töchter gefangen in Africa wegge-führt hatten, starb er zu Constantinopel den 26. jan. an. 447.^4. jähr alt. iri cliron. Ich. II.
lib. XIV. brav. c. 1 ;. 6cc. *
Marcianus, des Kaysers Anthemii söhn, bemühete sichArgeblich, Zenoni die Kayserliche crone abzunehmen, und ihm>ribst solche aufzusetzen. Der streit traft das OrientalischeKayftrthum an, weil das Abendländische, so AnthemiuS bestst'/«, durch die darein gefallene barbarische vvlcker schon warMssen worden. Hingegen meynte Marcianus an das Grie-^ssche Reich einen ziemlichen anspruch zu haben, weil seine ge-wählt» Leontia Kaysers Leonis des ältern tvchter war, dieMar »» jähren jünger als ihre schwester Ariadna, das weibbNonis, welche diesem all sein habendes recht zum Kayser-Wm zugebracht, aber hingegen dem vatter, alldieweil er schonAr Kayserliche gemalt in Handen hatte, war gebohren wor-"rn, an statt jene noch vor solcher zeit auf die welk kommenAar. Einmal stiftete Marcianus eine heftige empörung in>ansta„tinopel an, und schiene sich das glück fast auf feine sei-^ zu lencken, da er aus Müdigkeit, und weil er etwas hartes"uszustehen nicht gewohnt, sich nach einem gefechte von etwa»' 4 - stunden, fo in der stadt, meist um den Kayferlichen pallast,vorgefallen war, sich gar sehr zur unzeit ruhen und schlafensAW- Denn als Zeno dadurch einmal luft bekam, wußte erH'd einen guten theil des abgefallenen kriegs-volcks wieder zugewinnen, so daß Marcianus bey seinem aufwachen sich nichtf/sbr im stg,we befand zu fechten, sondern seine zuflucht zuribn Apostel nahm. Allein Zeno sein schwagcr ließü?n von bannen weg reissen, zwang denselben auf dersg jw vle Priesterliche weyhung anzunehmen, und schickte ihn al-»NdasCappadocischeschloßPapyrio ins elend. *
»i^tarciattus, besser Macrianus, ein König der Aleman-te n sich zu ende des IV. Krauli formidabel. Er hat-
h.Mangs die Römer um friede gebäten, neben seinem bru-Hariobaudo, als sie beyde mit Julians am ufer des Rheinseine Unterredung gehalten, und versprochen, ihre"Msche provintzen nicht mehr zu beunruhigen. Doch muß^ wenigst für dieses mal nicht lange färbe gehalten haben,«en, ^ ^ch Vir zeit Valentiniani schön wieder sehr zu förchtenz„stwcht. Doch als er mit diesem von neuem unfern Mayntzhi', wrnen gekommen, auch friede und bündnis geschlossen,ftn ^. ^ ^lche getreulich. Hingegen wollte er nun seine waf-in «vollen die Francken wenden, welche dieser zeit ihren sitz nochdi^utschland hatten; eS schlug ihm aber sehr fehl, MassenWM- König Mellobaudes, als Macrianus sein land zu ver-meynte, ihn unversehens in die enge trieb, und mittheil der seiingen todt schlug.
X^Vin. §, XXX. *
IzMarcianus, ein Bischoff zu Arles, durch welchen in dembe' die Novatianische ftcte in Franckreich gebracht wur-" ^ die bußfertigen Personen aus seiner kirche, und
' inen mitbrüdern ab, welche selbige zuannahmen. Der heilige Cyprianusworinn er ihn
stich
eipxx !^.ssch also von seinensthrikk'etlichen busse^stick,, ^"bn brief an den Papst Stephanum, worinn er ihrtey r,v^,auf mittet zu gedencken, wie diese zunehmende ketzedampfen wäre.
iünm^ctanus, ein General von des Kaysers Justiniam desarmee in dem VI. Lcnlo. Ihm wurde gar zu un-«ls ^ ibrr das commandv genommen , worauf die soldaten,kl>e solches zu obren gekommen, die belagerung vor N>-hgtch "thuben. Da nun also die Persianer keine feinde mehrHerren c,. ihnen widerstunden, verheerten sie Syrien, und cro-ste ^ ^hüochia, Heraclea und Apamea, welchen letztem ort
M * "v rulnrrlen.
, der stifter der Marcianiten, so sich in derki^pgL .5 Legend aufgehalten, und ein Evangelium unterLahmen herausgegeben. Siehe Arnolds
Uir, ?""b Heracleota, ein Griechischer scribent, von wel-
d-^hat deren er geledet, nicht eigentlich bekannt ist.
st>, V^vchifchen Oechriptionem orbl8 in Jambischenso keriplum in ungebundener schreib-art hinterlas.^ngfpurg iäc-8. in 8. herausgekommen, und nebst
der Lateinischen Übersetzung von Erasmo Vindingio mit an«merckungen zu Coppenhagen 1662. auch in 8> aus licht gestel-lt worden, sai-rrerr bibl. Orrec. bibl. Lur.
Marcianus, (Marcellus) von Neapel, war Königl. Spa-nischer Rath, und im Obcrgerichte in Italien krs-les, undschrieb : Lcmlilia legalia; äe Incencliariis; äe krixjucÜLÜs <Lconcurrentibus Htionikus; Lxcerpm KlLsIium <L korenstumKxercitsrionum ; cis ^uälciis äelitorum ; Welche wercke nachseinem tode, durch vorftrge seines sohns, zu Neapel 1680. unterdem titul: Oporg legsli» pollkuma O. RarLslli lHarLisni, andas licht getreten sind. Klbl. Xesp.
Marcianus, siehe Macrinus oder Macrianus.
Marcilius, (Theodorus) von Arnheim aus Geldern, einGelehrter, und in beyden sprachen wohlerfahrner Lnricvs, warzwar nur Königlicher krokellor der beredtsamkeit zu Paris,hat sich aber dennoch um die Jurisprudentz durch seinen Lom-mentgrium 3äl>c§es XII.lab. und Interpretationem novam 6cmetkoälLsm in lulliniani Inttituriones verdient gemacht. Sei-ne andere schriften sind : Omrio äs Xemn ; Xc>W in kerlium,Horatium, IVlartialem, Lgtullum, 8ustonii Velpstisnum,surss k^tliLForre Larmina, Osllii XockLS Ltioss 6cc. Erstarb zu Paris an. 1617. IN bibl. Lelg. L«rSet, ju-
xem. äes 8sv.
gewisse ketzer der alten kirche, die ihre be.nennung von Marcione, der in dem II. ls-culc, gelebt, füh-ren. Dieser war gebürtig aus der stadt Sinope in Paphlago-nien, an dem komo Luxino gelegen, woselbst sein vatter , einfrommer und gottsförchtiger mann, Bischoff war. Marcionbezeigte anfänglich nicht wenigen eifer in der religion, so daßer auch alles sein geld der gemeine übergab, und ihm fürsetz-te, ausser dem ehestande sein leben zuzubringen, welches vonetlichen so angeführt wird, daß er ein Mönch-leben zu füh,ren willens gewesen. Da er aber, wie man ferner meldet, einejungfrau zu fall gebracht, wurde er von feinem eigenen vat,ter aus der kirche verflossen, und in den bann gethan. Ob erauch gleich grosse reue dieses Verbrechens halber bezeugt,wollte ihn doch sein vatter keinesweges wieder aufnehmen.Gleichwie er nun hierdurch in grossen schimpf und Verachtungbey der gantzen stadt kam, also verließ er seine vatter-stadt,begab sich heimlich nach Rom , und verlangte daselbst wiederin die gemeinfchafft der kirche aufgenommen zu werden, undals man ihm solches öfters verwilligt, ihn aber auch öfterswegen feiner gefährlichen mevnungen wieder verflossen, warder endlich gantz desperat, und begab sich zu der partey deSCerdonts, der eben zu dieser zeit mit feinen irrigen lehren diekirche vermiruhlgte. Wiewol einige vorgeben , daß Marcionschon vorher, ehe er nach Rom gekommen, in Syrien seineirthümmer ausgebreitet; ja andere fügen hinzu, er wäre vonJohanne und den Mit-Aeltesten aus der stadt Ephesus verjagtworden, und alsdann erstlich nach Rom gekommen. Woraussie ferner schliessen, daß diese ketzerey bereits unter dem KayserAdrians ihren Ursprung genommen, und sich hernach unterdem Antonino weiter ausgebreitet. Dieses ist gewiß, daß erzu Rom gewesen, woselbst ihm Polycarpus auf der gaste be-gegnet, welchen Marcion angeredet, und gesagt, daß er ihndoch erkennen sollte; worauf aber Polycarpus geantwortet:ich erkenne dich wohl, als einen erstgebohrnen des satanS.Endlich soll Marcion auf andere gedancken gerathen seyn, wieTertulUanus berichtet, und verlangt haben , wieder in die ge«meiuschaffr der kirche aufgenommen zu werden , worzu manauch erbötig war, wenn er diejenigen, dir er verführet, auchwiederum auf den rechten weg bringen würde. Doch hierüberstarb Marcion. Was seine irthümmer anlanget, soll er es invielen mit dem Cerdon gehalten haben, doch so, daß sowol erals seine schüler und anhängt unterschiedenes dazu gesetzt.Also soll er gelehrt haben, daß zwey prirwiM aller dinge, oderzwey Götter wären, ein guter und ein böser, jener wäre derUrsprung alles guten, und dieser der Ursprung alles bösen ;auch wäre von diesem die sichtbare weit entsprossen; Christuswäre kein wahrhaftiger mensch, hätte auch keinen wahrhafti-gen leib gehabt, sondern sein leib wäre mir ein schein undschatten des leides gewesen, dahero er auch nicht wahrhaftiggebohren , auch nicht wahrhaftig gelitten und gestorben.Andere fugen hinzu , daß, gleichwie er zwey Götter , alsohätte er auch zwey Christos gelehret, einer der zu denzeiten Tiber« zum heyl aller Heyden offenbaret, sey ; denandern , der dermaleinst komme» würde, die Jüden wiede-rum zu erretten; so hat er auch, nach dem bericht der Alten,den steten allein die seligkeit zugeschrieben, woraus man schlief,ftn wollen, daß er die auferstehung des steisches geläugnet; deneheftand und die Zeugung der kinder hat er verworfen, imgegentheil die enthaltung und den jungfräulichen stand sehrhoch erhaben. Dahero er auch keinen, der in dem ehestandegelebt, getaufet, als bis entweder durch den tod des andernehegatten, oder durch eine ehescheidung das band der eheaufgelöset worden. Wie er denn auch kein bedencken trug,die tauft zwey bis dreymal zu wiederholen, wenn nemlichjemand nach erlangter taufe wiederum in grosse fünde gefal-len. Man thut noch weiter hmzu, daß er gelehret, es seydie seele ein theil und aussiuß des Göttlichen westns , unddaß sie von einem leibe in den andern wandere; die weiberkönnten ordentlich die taufe verrichten ; am sabbath sollte
Rrrr 4 01a»