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Vierdter Theil. He - Mc.
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wart aufzumuntern. Als sie eben vor dem vesten schlösse Oster-witz in Karndten lag, kam ihr ein schreiben von ihrem schwie-aer-vatter zu, darinn ihr der getrossene vergleich mit Oesterreichkund gemacht wurde, worüber sie aber ein gar schlechtes vergnü-gen bezeugte. Doch muste sie es geschehen lassen, und sich wiedernach ihrer residentz Jnfpruck begeben. Sie hatte sich an. i; 29.noch bey lebzeiten ihres vatters mit dem Böhmischen iPrintzenJohanne, der ein bruder Kayser Carls des IV. war, vermahlet;allein dieser Herr war viel eines zu stillen gemüths, als daß sichihr unruhiger sinn mit ihm hätte vertragen können. Deswegenmuste sich der gute Johannes beschuldigen lassen, als wäre erzum ehestande gantz untüchtig, ohngeachtet die erfahrung nach-gehends ein anders gewiesen. Ihren zweck desto leichter zu erhal-ten, ließ sie sich unter der Hand mit dem gedachten Kayser Ludo-vico aus Bayern in tractaten ein, welche dahin giengen, daßdessen söhn, Ludovicus der ältere, sie zur gemahlin nehmen sollte,gleichwie sie im gegentheil sich verband , die Grafsthafft Tyrolihm zuzubringen. Der Kayser, welcher einen so fetten bissennicht gerne wollte fahren lassen, willigte darein, und also musteJohannes, er wollte oder wollte nicht, die ehescheidung geschehenlassen. Hierauf nun wurde an. i;42. den 10. febr. das beyla-ger prächtig vollzogen, wobey der Kayser Ludovicus nebst vielenHertzogen, Fürsten und Grafen in Person erschienen. Dieses warmerckwürdig, daß sie bey der Vermählung ihren schleyer, welchensie, nach gewohnheit damaliger zelten, als eine vermählte Prin-tzeßin, getragen, mit grossen ceremonien in der kirche auf denaitar legte, und einen jungfcr-krantz aufsetzte, mit beygefügterprotestation, daß sie annoch eine unverletzte jungfer wäre, ohn-geachtet sie bereits io. gantze jähr in dem ehestande gelebet.Mit diesem andern gemahl nun, welcher bis an. i;6i. gelebet,zeugte sie einen söhn, nahmens Meinhardum IV. welcher aberzu grossem leydwesen der Mutter 2. jähr nach des vatters tobe ge-storben. Doch geben einige vor, daß dieses ungerechte weib ausblosser raachgier vatter und söhn mit gift hingerichtet, worübersie sich aber nachgehends selbst gar sehr betrübt haben soll. Nun-mehro hatte Margaretha ziemlich ausgetobet, dahero entschloßsie sich endlich nach gepflogener Unterredung mit ihren Land-Ständen , dero erb-eigenthümliche gefürstete Grafschafft Tyrolan die Ertz-Hertzoge von Oesterreich, Rudolphum, Alber-tum und Leopoldum, als leibliche geschwister-kinder, zu verma-chen. Ja sie räumete auch aufeinrathen ihrer Land-Stände nochbey ihren lebzeiten dem Ertz-Hause die gedachte Grafschafft ein,und begab sich nach Wien, allwo sie an. i;66. den 1;. martiidieses zeitliche gesegnet. Fuggers spiegel der ehren, kol. ;i;.;2o. Z42. logg. , chron. von Kärndten. Bran-

dts ehren-kräntzel des Tyrolischen adlers, in dem Graftn-saal,x. 6z. leg.

Margaretha, eine gemahlin Graf Hermanns zu Henne-berg, war des Grafen Florentis IV. von Holland und Seeland,und Mathildä, deren vatter Hcnricus Hertzog von Brabantwar, tochter und erbin. Sie wollte einem armen weide kein all-mosen mittheilen, sondern schalt sie für eine ehebrecherin, weil siezwtllmge bey sich hatte. Allein das arme weib wünschte ihr, daßsie so viel kinder gebühren möchte, als tage im jähre wären, dasie dann auch an. 1276. in dem 42. iahre ihres alters würcklich;6;. oder nach anderer bericht, ,64. kinder zur weit soll gebrachthaben, wie solches ein in der Bernhardiner-Abtey zu Losduy-nen, so eine halbe meile vom Haag liegt, befindliches epimpliiunibezeuget, allwo die multer mit allen Andern begraben liegt. Inder taufe wurde den knaben der nähme Johannes, den mädgenaber der nähme Elisabeth gegeben. Also wird die fache insge-mein erzehlet; allein es find verschiedene Ursachen, warum ande-re an der Wahrheit dieser Historie zweifeln. äelcript.

Holl. ckronic. HoIIgnciiL Loml-

tum A Lpilcoporum Illtmiecl. Üb. XXIV. c-1i. in

lelLÄi Lbriliiani orbis cleilciis. Ilb. IX. reium

Unär. lol. 94. Lo^or«. theatr. Hollsnä. x. 172. HötlSCoburg. chron. rc.

Margaretha,Gräfin von Flandern und Hennegau,eine jün-gere tochter Balduini, Grafen von den jetztgedachten landschaff-ten, wie auch von Namur, und zuletzt Kaysers zu Constantino-pel. Sie war sehr jung, als sie an. 1205. jetztgedachten ihrenvatter einbüßte; welchem in den Niederländischen provintze»ihre ältere schwester, Johanna, succedirte. Sie selbst ward unterandern der aufsicht Burchardi von Avesnes' untergeben, welchersie zu einer so vertraulichen gemeinschafft verleitete, daß sie 2. söh-ne, nahmens Johannen: und Balduinum,von ihm bekam. Wie-wol nun die stände von Flandern sich gefallen liessen, daß eröffentlich ihr gemahl ward, so kam doch bald hernach an den tag,daß er sich vormals zu Orleans,um einiger geistlichen Beneficienzu gemessen, zum 8ud-I)isLono hätte weyhen, und folglich- nachden Päpstlichen Rechten , keinesweges in dem ehestande lebendürfte. Dieses zog ihm viele verdrieslichkeiten zu, auch endlichgar den tod, wie unter dem artickul Avesnes lBnrchard von)mit mehrern zu lesen. An. 1213. vermahlte sie sich mit Wilhel-ms, Herrn von Dompierre, und zeugte.mit ihm;, söhne, Wil-heimum, Guidonem und Johannem, ingleichen eine tochter,Mariam, welche Aebtißin des klosters Flines ward. An. 1241.verlohr sie diesen ihren andern gemahl, und an. 1244- ihre ältesteschwester, Johannam, von welcher sie, weil keine kinder von ihrvorhanden waren, die Grafschafft Flandern, Namur und Hen-negau erbte. Bald anfangs wnrden ihr wegen solcher succeßio»

von dem Kayser, von dem Könige in Frankreich, und von deutBischoffe von Lüttig viele'verdrieslichkeiten gemacht. Alls!»! cselbst gab zu einem sehr blutigen kriege anlas, als sie die M"Burchardo von Avesnes erzeugte söhne, als unehjjche, von Arer künftigen erbschafft ausschließen, und hingegen alles den kimdem anderer ehe zuwenden wollte. Zuletzt traf man einen ver-gleich , vermöge dessen Johannes von Avesnes die GraMEHennegau, Wilhelm von Dompierrc die Grafschafft Flandern,und die übrige kinder eine gewisse apanage bekommen sollte"'An. 1248. griff ihr söhn, Johann von Avesnes, das land vonWaes an, ingleichen das gebiethe von Alost. Wiewol sie nun M

äusserstes that, so gar, daß sie auch geharnischt ihre trouppen

commandiere, so war dennoch durch der Holländer beystanb owpartey ihres sohnes so starck, daß sie mit 60000. pfund eine,neuen vergleich von ihm erkauffen muste. An. ir?i. ward-"Trasignies auf einem turnier ihr söhn Wilhelm von DowpEdurch seine 2. brüder, Johannem und Balduinum vonnes, oder doch auf ihr anstiften, gelobtet. Sie ließ ihn nntM-sem leydwesen zu Marquette begraben,und hatte keine nacWw'menschaffr von ihm, ungeachtet er seit an. 1247. mit BeatUeiner tochter Henrici, Hertzogs von Brabant, und einer wmw»Henrici, Landgrafen von Thüringen, war vermählt genm«"An. 1252. empörten sich die Hennegauer, auf Johannls vo>>Avesnes anreitzen, wider die Flandrische beamten, welche ^Gräfin bey ihnen in die städte und schlösser gesetzet hakte, so Edaß deren 80. gelobtet, deren weiber aber mit abgeschnittene'nasen und ohren ihr zugeschickt wurden. Hierüber kam es oa-folgende iahr zu einem kriege, worinn Johannes von Avesmmtt der Holländer und des Kaysers Wilhelmi beystand die oder-Hand behielt, auch seine 2. brüder, Guidonem und Joha""^.von Domprerre, gefangen bekam. Weil der Kayser, welche»'"nur einen Grafen von Holland, gleichwie er hingegen sie nur Uschwartze Grrete zu nennen pflegte, nicht anders, alsu"Usehr harren bedmgungen, ihre söhne loslassen wollte, so »ahmihre Zuflucht zu den Franzosen. Wiewol nun diese mit einer"'cken armer ihr zu hulffe kamen, so ward dennoch nichts HE,

. sachliches ausgerichtet, sondern vielmehr durch beyderseits trouopen ihr und ihrem lande viel beschwerung zugezogen. Ztacyoe ^aber an. 1256. der Kayser Wilhelm umgekommen, erlangte'gegen eine starcke ranziön von den Holländern die fteyhcit w«söhne. An. 12; 9. starb der jüngste davon, Johannes, und v"terließ von seiner gemahlin Laura, einer schwester Friderrcl,^«tzogs von Lothringen, 2. söhne, Johannem, Herrn vonpierre und Sompuis, und Wilhelmum von Dompierre, Her"von St. Disier. Zwey jähr zuvor war demselben ihr M" ",Her ehe, Johann von Avesnes, in der sterblichkeit vorgegangenüber welchen letzten todesfall sie sich eben so sehr vergnügte, Usie über den ersten sich betrübte. Um das jähr 1262. nahm sie Uihres unverwandten Balduini II. Constanlinopolitanischen Esers, hinterlassener wittwe, Marthä» wider Henricum von ^xemburg an. Nachmals halfsie auch Carolo von Aniou,dem derselbe zum Könige von Sicilien war erklärt worden-«h1268. stiftete sie innerhalb der jurisdiction von Oudeno»^zwey Gerichts-stühle, den von Sledinghen und den von E »donck, allwo alle beleidigungen mit der posn-i wlionis genv^werden sollten. Um das jähr 1274. schaffte sie sich mit geiEchter Hand satisfaction von den Engelländern, welche ihreiner geliehenen ansehnlichen geld-fumme in der güte kernentrag hatten thun wollen. Endlich starb sie zu Gent in deman. 1279. in einem sehr hohen alter. Ausser den fehler" he-iligend, und dem haß gegen ihre kinder erster ehe, hat ruw' ^mg an ihr getadelt, hingegen rühmt man, daß sie ihre "'ge-schafften vermehrt, ihre Unterthanen mit vielen privileg-'^ -hhen, eine grosse anzahl von Archen, klöstern, Hospitälerndern dergleichen milden fachen gestiftet, mit grosser hertzy»»^keil und klugheit bis an ihr ende regiert, auch endlich durm.prächtige Hofhaltung sich ein besonders ansehen st'wv' ^Man begrub sie in dem von ihr fundirten kloster zu Flmev'Flandern succedirte ihr söhn Guido von Dompierre, »«Hennegau ihr enckel, Johannes II. von AvesneS.

F'/aAÄe,, xor Lmsnuel 8ue^ro, com. I. Ich. VIII.

MargarethaDuczlas, Gräfin vonLenor, siebohre""^'r;i;. Ihr vatter war Archibald Duglas, Graf vonund ihre mittler die abstehende Margaretha, welche eineHenrici VII. Königs von Engelland, eine schwester Henri«gleichfalls Königs von Engelland, und eine gewesene gems^Jacobi VI. Königs von Schottland, war. Henricus,vm-sie in ihrer jugend an seinem Hofe auferziehen. Swaber daselbst in ein liebes-verständnis mit Thoma Hvwarp^^tedamaligen Hertzogs von Norfolk jüngern bruder, """^Thaldheimlich einen ordentlichen ehe-contract mit ihm auf. ^ jges gedachter König erfuhr, ließ er sie an. 15 ;6. beyder!«^

den Tower zu Londen gefangen setzen, und weil sie nok, - ^in den verdacht einer conspiration kamen, so befahlParlemente, ihnen nach aller scharfe den Proceß /u m»^Hierauf wurden sie des hochverraths schuldig erkla»'durch ein absonderlich gesetze (welches man hernach ft,ardo VI. und Maria wieder aufhub) ausdrücklich vJl"daß bey Verlust des lebenS und der güther keine ,perw >der Königlichen familie sich ohne des Königsvermählen sollte. Indessen gieng doch Henricusweiter, als daß er, ungeachtet seiner schwester Eyere»