Band 
Vierdter Theil. He - Mc.
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daß der Kayftr Augustus ein gebot ausgehen ließ , daß unterandern ländern und provintzen des Römischen Reichs, damiter dessen stärcke genau erkennen möchte, auch das Jüdischevoick sollte geschähet und gezehlct werden, zu welchem ende allefamilien in der Haupt-stadt ihres geschlechts sich anmelden neu-sten, Deswegen begab sich auch die hochgebenedeyete Jung-frau nebst Joseph nach Bethlehem, welcher ort, gleichwie erohne dem nicht gar zu groß, also zu derselben zeit mit sehr vielenleuthen angefüllet war, die sich ihres geschlechts halber dahinbegeben musten. Der armselige zustand Mariä kam dazu , undverursachte also, daß sie in einem stalle ihre Herberge nehmen,und als sie den Heyland der gantzen welk, nachdem die zeit er-füllet war, gebohren, ihn in eine krippe legen muste. Sogroß nun dieses kind war, als ein Herr der gantzen weit, soelend waren alle umstände seiner geburt. Maria erkannte da-bey die wunderbare wcge GOttes, und wurde in ihrem glaubengar krafftig gestärcket, als erstlich die Hirten, und nachgehendsdie Weisen aus Morgenland zu ihr kamen , und ihr crzehleten,wie auch ihnen auf so wunderbare art die geburt dieses Kindes,welches GOtt und mensch zugleich wäre, kund gethan worden.Nebst diesen ließ sie sich angelegen seyn, sich in allen stücken denGöttlichen gesehen gemäß zu bezeigen. Denn da acht tage umwaren, wurde das Kind beschnitten, und mit dem nahmenJEsus beleget, und da die tage ihrer reinigung kamen , brach-te sie ihn nach Jerusalem , aus daß sie ihn dem HErrn darstelle-te, und das gewöhnliche opfer brächte, wie Moses in dem ge-stehe befohlen hatte. Hierbey wurde Maria von dem alten Si-meon, wie auch von der Prophetin Hanna nochmals versichert,daß dieses ihr Kind der weit Heyland seyn würbe, dabey aberauch von jenem unterrichtet, wie sie noch ein grosses würde zuleiden haben, und daß ein schwerdt durch ihre seele dringenwürde. Knrtz vorhero waren die Weisen aus Morgenland beyihr gewesen, so, baß es Herodes noch nicht gemercket, daß die-selben nicht i wie er verlangt) wieder zu ihm kommen, und vondem neugebohrnen Kinde, das sie suchten, Nachricht gebenwürden. Derowegen so bald Maria das werck ihrer reinigungverrichtet, wurde Joseph in einem träume von GOtt gewarnet,das Kind JEsnm der gransamkeit Herodis zu entziehen, undnebst Maria mit demselbigen sich nach Egypten zu begeben.Was auf dieser flucht mit Maria und dem Kindleiu JEsu sichzugetragen, davon wissen zwar einige viel zu erzehlen, die aberdavon nicht den geringsten gründ geben können. Aus derSchrift ist so viel bekannt, daß sie sich in Egypten aufgehaltenbis zu der zeit des todes Herodis. Denn 'da dieser gestorben,und der enget des HErrn solches dem Joseph in einem träumekund gethan, stund Joseph auf, nahm das Kindlein und seinemutter zu sich, und kam in das land Israel. Da er aber er-fuhr, daß Archelaus-seinem vatter Herodi in der regierung ge-stolget, getranete er sich nicht in das Jüdische land zu kommen,bis er abermal im träume von dem enget des HErrn befehl be-kam , und sich also nach Galiläam begab, allwo er sich in derstadt Nazareth, darinn er zuvor gewöhnet, wiederum mit Ma-ria niederließ. Hier brachten sie nun ihre zeit stille und geruhigzu, und es ist kein zweifel, Maria werde mit aller sorgfalt dasihr anvertraute theuerste Kind auferzogen haben. Da nun JE-sus ir. jähr alt war, gieng er mit seinen eitern nach Jerusa-lem auf das Oster-fest, und ließ mitten unter den Lehrern einenblick seiner Göttlichen Majestät und Weisheit an sich verspüren.Maria , die solches nicht wußte, und schon von Jerusalem wie-der nach Hanse kehrete, vermeynend, daß ihr Kind unter dengeführten und bekannten gleichfalls auf der rückreise sich befindenwürbe, geriet!) in nicht geringe bestürtzung, als sie erkannte,daß sie in ihrer meynung gefehlet, und suchte ihn dahero mitgrosser sorgfalt; da sie ihn denn endlich unter den Lehrern an-traf. Als sie sich deswegen gegen ihn beklagte, bekam sie dieseantwort: Was ist es, daß ihr mich gesucht habt, wisset ihr nicht,daß ich seyn muß in dem, was meines Vatters ist; welche Worte,ob sie ihnen gleich damals sehr dunckel vorkamen, wurden den-noch von Maria mit grossem bedacht aufgenommen und behal-ten. Hierauf begaben sie sich wieder nach Nazareth, wosilbstenauch der Heyland d'er Welt bey seiner Mutter, und zwar ihr Unter-than, blieb, bis er sein öffentliches Lehr-amt antrat. Da sol-ches geschehen, fügte es sich, daß sowol der Heyland als die heili-ge Jungfrau sich auf einer Hochzeit zu Cana in Galiläa befun-den , und daß daselbst ein Mangel am weine vorfiel, welche nothMaria dem HErrn JEsu entdecket,als die da wohl wußte, daß esihm ein leichtes seyn würde, solchem Mangel abzuhelffen. Dievielfältigen verheissungen und Göttliche Versicherungen hatten ih-ren glauben dergestalt gestärcket, daß bey der geringen gestalt ih-res Sohns sie dennoch nicht zweifelte, er wäre der HErr, demalle creatnren unterworffen seyn und gehorchen wüsten. Dochzeigete sich darinn eine schwachheit, daß sie der Göttlichen all-macht stunde, ziel und maas setzen wollte; dahero sie auch diesenverweis bekam: weib, was habe ich mit dir zu schaffen, meineKunde ist noch nicht gekommen.Wodurch sie zwar ihren fehler er-kannt, aber ihren glauben keinesweges stncken ließ , sondern an-statt machte, daß die diener bereit wären, alsobald alles zu thun,was der HErr ihnen befehlen würde, da sie denn auch ihrer bitteund ihres Wunsches theilhafftig wurde. Nach diesem begab sichMana mit Christo und seinen anverwandtcn und jüngern nachCapernaummnd halten einige dafür,daß Maria hinführo an die-sem orte beständig habe bleiben sollen. Aufs wenigste stehet Chry-sostomus in diesen gedancken, sintemal Christus selbst nunmehr»

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sich an keinem orte beständig aufhalten, sondern dasverkündigen von einem orte zum andern reisen würde. /Iwol aber, weil auch andere weibs-personen Christo gefolgt / .vielmehr glaublich, daß auch Maria nicht werde beständig a» -nem orte gewesen seyn, sondern so wenig als andere die geuPheil, durch die lehren ihres Sohns sich unterrichten zu >a»verabsäumet haben. So viel ist gewiß, daß hernach bey einer«dern gelegenheit sie sich nebst Christo wiederum zu Cnpernau 'befunden. Denn als der Heyland in dem andern jähre je« ^Lehr-amts einsmals an diesen ort kam, geschahe es, daß eme'grosse menge volcks zu ihm in sein Haus kam, daß er auchzeit hatte, speise zu sich zu nehmen. Da geschahe es nun,gerächte auskam, er wäre in ohmnacht gefallen, wodurchria nebst andern unverwandten bewogen wurde, sichihm zu begeben, und weil sie, wie es scheinet, wegen des Eligedranges nicht zu ihm kommen konnte, liessen sie dem HJck ^sagen, daß sie draussen wären und ihn sprechen wollten. Sonngab dem HErrn gelegenheit, mit seinem exempel zu bewemwie von der ausübung des Göttlichen bcrufs keine freundjchnnoder liebe unserer unverwandten uns abhalten soll. Denn er i.he rings um sich auf die jünger, die um ihn in einemfen, und sprach: siehe, das ist meine Mutter und meine drum >denn wer GOttes willen thut, der ist meine schwester und mebruder. Endlich kam die zeit, daß Maria eine betrübte Mdesleidens und des todes ihres Sohns werden sollte. Ov>von ansang des leidens mit zu Jerusalem gewesen, solches m ^det zwar die Schrift nicht, doch ist es sehr wahrscheinlich- Awiß ist es, daß sie mit ihrer schwester Maria, des Clcophas wcund der Maria Magdalena, bey dem creutze Christi gestanmund die erfüllung der prophezeyung Simconis damals erM«müssen. Bey diesen umständen wollte der Heyland glcichwon )ne sorgfalt für seine mutier an den tag legen, um ein exen ^zu geben, wie man auch in dem grdsten elende seiner Mcm«.vergessen sollte. Er setzete Jvhannem gleichsam an seine steue .ihrem sohue ein, der auch von der stunde an diese gelegenv^seine liebe und gehorsam gegen Christum zu erweisen, wiU>Sgriff, und dieselbe zu sich nahm. Durch die siegreiche ameri ,hung wurde sie nicht weniger, als die andern jünger, erjre>"'ja es ist leicht zu erachten, daß je grösser vorhero ihr schmech 'Wesen, desto grössere freude sie hernach darüber werde emm ^den haben. Sie war auch nachgehends mit unter denen, ^nach der Himmelfahrt Christi, wie Lucas bezeuget, stetshen und bäten bey einander waren, und die verheissung des ^stes erwarteten. Von den übrigen umständen ihres lebens, » .von ihrem tode meldet die Schrift nichts, daß also alles,man davon berichtet, auf ungewisse erzehlungen ankonnm- . §haben auch ohne zweifel die Evangelisten und andere yc>"männer GOttes erhebliche Ursachen gehabt, warum sie von.:rem tode nichts aufgezeichnet. Denn dasjenige vorgeben, .sie gar nicht gestorben, findet nicht den allergeringsten gre>obgleich Epiphanius scheinet dahin zu incliniren, der zum -nigsten es für ungewiß hält, ob sie gestorben oder nicht,gefetzt, daß sie gestorben, ob sie als eine Märtyrin, oder«'' ^ne andere art ihr leben geendiget. Die Römische kirche umgelehrtesten derselbigen widersprechen selbst der meynung v ^nigen, die zwar dafür halten, daß sie gestorben, aber an ^ ßdritten tage wiederum von den todten aüferwecket, und nmund seele gen Himmel genommen sey. Damascenns / der o> ^berichtet, thut noch viel andere umstände hinzu, als vay 'ches zu Jerusalem geschehen; daß alle Apostel, die m oern,,tzen weit zerstreuet gewesen, bis auf einen , in einemblicke bey Maria erschienen, als sie entschlafen wollen; das ^leichnam von den Aposteln in Gethsemane begraben, "'.Wgenge! dabey gesungen ; daß man ;. tage an einander den 9der engel gehöret, und daß, als nach dem dritten tage der«sende Apostel gekommen, und man das grab geöfnet, ")« Mleichnam zu zeigen, man nichts darinn, als die tücker, gewhätte, darinn der leib gewickelt gewesen. In diesem am ^ruft er sich auf die erzehlung Juvenalis, eines Bischostb" Wrusalem , und dieser auf nichts als auf ein altes und ungem ^gerächte. Unterdessen hat man dieses von langen zelteneine wahrhaffke Historie geglaubet, und wird auch in oerm ^scheu kirche den l;. aug. das sseklum ässumllon>8 mattbriret, welches man zwar heutiges tags von ihrer hmum «Mtverstehet, wiewol einige zweifeln, ob nicht die Alten oav^llssumtio blos von ihrem tode und aufnehmung ihrerjeeieHimmel verstanden haben. Vor dem Vl. sseculo geschleye st seefestes keine Meldung, und bezeuget Nicephorus, daß st„bKayser Mauritius dasselbe eingesetzt habe. Im ubrM>sowol von dem orte als von der zeit ihres todes untern^^meynungen,, und halten einige dafür, daß sie m» ck ^ Mund Maria Magdalena sich nach Ephesus begeben, E-Mnsseinem sehr hohen alter gestorben sey. Andern aoerwahrscheinlicher vor, daß sie bald nach der auferstehuMzu Jerusalem dieses zeitliche gesegnet, und diese woucn ' ^daraus schließen, weil nach der sichtbaren ausgiestung ^ ^ sieligen Geistes ihrer niemals in der Schrift gedacht nnrv,denn auch diesen frühzeitigen tod als eine sondervarc »GOttes billich hat ansehen müssen, sintemal sie dadurch ve>^salen und versolgungen, welche bald darauf die kirche zu ^ he--lem betroffen,ist entrissen worden. Man hat endlich nom,^,dencken getragen, dieser hochgelobten Jungfrau einige mzulegen,als einen an Jgnatium, den andern an die >ram ^