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Bey dem abschied durfte sie nicht ein Wort mit dem Könige spre-chen , als was vorher adgeredt war, und so ward sie nach Bloisgebracht, allwo man sie in einer art von weitläuftigcr gefangen-schafft hielt. Sie fand aber mitte! durch hülffe des Hertzogs vonEpernon von dar an. 1619. zu entkommen, und wiewvl der Hofgleich damals mit ihr einen vergleich machte, wollte sie doch ausmißtrauen gegen äs Luines nicht zum Könige kommen, ließ sichauch mit einigen mißvergnügten Herren so weit ein, daß es an.1620. darüber zu einem abermaligen kriege kam, in welchem ihraber die Königlichen so geschwind über den hals kamen, daß sie,nachdem ihr Pont äs Cs mit gemalt war genommen worden,froh seyn muste, einen neuen vergleich zu erhalten. Bon dieserzeit an, und da sonderlich der Connetable äs Luines indessen ge-storben war, galt sie wieder bey Hofe, ließ aber nicht nach aller-hand Verwirrungen vorzunehmen, dadurch sie zuletzt gantz un-glücklich ward. Denn sie nahm sich vor, den Cardinal Riche-lieu zu stürtzen, an dessen erhebung sie doch allein ursach war,und zu dem ende machte sie mit ihrem jüngsten söhn dem Her-tzoge von Orleans und der regierenden Königin Partie. Siebrachte es auch würcklich dahin, daß ihr der König versprach,den Cardinal vom Hofe zu schaffen. Weil sie aber das eisen nichtvollends ausschmiedete, und den Konig allein ließ, fand Riche-lieu gelegenheit sich wieder bey ihm einzuschmeicheln, wodurchsie genöthiget ward, sich auf den schein wieder mit ihm zu ver-söhnen. Jedoch, wie sie noch immer hoffte ihn zu stürtzen, soarbeitete der Cardinal zu seiner Versicherung nunmehro ernstlichan ihrem fall, der erfolgte, als sich der Hof an. i6;o. zu Com-piegne aufhielt, dahin sie demselben gefolgt war. Denn da Ri-chelieu in dem Königlichen Rathe vorgestellt, daß es nöthig sey,die verwittibte Königin von dem Hofe zu entfernen, weil sie lau-ter unruhe in dem Reich anrichtete, reifere der König unverhofftvon Compiegne weg, verbot ihr zu folgen , und ließ sie daselbstunter der obsichr des Marschalls von Etrees. Man handeltehernach lange mit ihr über den vrt, der ihr zu ihrem aufenthaltvergönnt werden sollte, und dieser Verzug brachte sie zu der ver-zweifelten entschliessung, daß sie gar aus dem Reiche und nachFlandern gieng. Dazu sahe der Hof durch die singer, weil Ri-chelieu eben dieses suchte, daß sie Franckreich gleichsam von sichselbst verlassen sollte. Sie blieb bey den Spaniern etwas über7. jähr, und lebte von einem jähr - gelde, so ihr dieselben gaben.Mittlerzeit bemühete sie sich aufdas äusserste auch mit fast un-anständiger demüthigung vor dem Cardinal , ihre rückkehr zuerlangen, aber vergeblich, weil der Cardinal sonderlich durchdie unter ihrem nahmen wider ihn ausgegebene schritten gar zusehr war erbittert worden, auch ihr in der that gar zu harte be-Lingnisse vorschlüge ; worunter diese nicht die geringste war,daß sie ihm drey ihrer vornehmsten bedienten, und unter diesenvornemlich den bekannten äs Morgues , sonsten der Abt vonSt. Germain genannt, welcher die meisten der obgemeldten sta-chelichten schritten verfertiget, vor allen dingen ausliefern soll-te ; man that in Franckreich, als wenn man nichts mehr vonihr wüßte. Weil Spanien indessen mit Franckreich in offenba-ren krieg verfiel, zog sie an. i6;8. zu ihrem schwieger- söhne Ca-role I. nach Engelland , mit der Hoffnung , in diesem neutralenlande ihren vertrag leichter zu machen, zumal, da ihr Richelieuversprochen hatte, man wolle sie ihrer einkünfte aus Franck-reich gemessen lassen, wenn sie sich nicht bey den feinden der Cro-ne aushielte. Aber das geschahe nicht, und von den Spaniernward ihr bisheriges jähr - geld auch eingezogen. In Engellandtraf sie lauter elend 'an, wegen der innerlichen Unruhen, dareinihr schwieger - söhn verwickelt war, und nach etlichen jährenmuste sie derselbe auch gehen heissen, weil die Engelländer sol-ches ausdrücklich forderten, unter dem vorwand, daß durch ih-ren aufenthalt in diesem Reiche die religion in gefahr käme. Beyden Spaniern und in den vereinigten Niederlanden, wollte sieniemand mehr aufnehmen, und also muste sie nach Cöln ziehen,allwo sie nach ic>. monaten an. 1642. in grosser dürftigkeit im68. jähre ihres alters starb, inmassen sie fast nichts hatte,als wasihr die Jesuiten gaben. , Kilt. äs
Itsnri IV. bitt. äs kouir XIII. msmoires,
iscueil äes pieces paar Is äeksnle äs I-i keine Nere.*
* Maria Theresia, eine tochter Königs Philipps IV. inSpanien, und Jsabellä, Henrici IV. Königs in Franckreichtochter, ward am 20. stpt. an. 16; 8. zu Madrid gebohren, undwar anfangs dem Römischen Könige, Ferdinande IV. bestim-met ; ward aber, als solcher mit tode abgegangen, nach schlies-sung des Pyrenäischen friedens, an. 1660. am 9. iun. zu St.Jean cls Luz, an Ludovicum XIV. König von Franckreich,vermählt, nachdem sie vorher allen ihren ansprächen aufdie erb-solge in den landen der Spanischen Monarchie entsagt, welcherenunciation jedoch, weil ihr vatler durchaus nichtJ-arein wil-ligen wollen, derselben bestätigung auch von den «ständen desReichs nicht verlanget worden, der König, ihr gemahl, nachqe-hends vor ungültig erkläret. (Siehe Ludovicus XI V.) Inder ersten zeit ihres ehestandes ließ es ihr der Cardinal Mazaringar sehr an geld mangeln, und gab ihr nicht einmal so viel,als die Königinnen von Franckreich ehedem gehabt hatten.Nachgehends ward sie durch die vielen liebes - Händel ihres ge-mahls, den sie mit grosser zärtlichkett liebte, in beständigen kum-mer gesetzt. Sie erweckte sich auch durch ihren grossen eigen-stnn, durch die einbilduna, daß man ihr nicht ehre genug er-wies , durch die akzugrvffe neigung vor die Spanischen sitten,
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und durch die gewalt, die sie einigen SpanischenFrauen über sich gestattete, selbst viele verdrieslichkeiten. u ssgens war sie von einer guten ansehnlichen gestalt, wußte wzu reden, und hat niemals zu einigem Übeln vorwuttsich anlas gegeben. Sie starb am ;o. jul. an. 168;.ren Andern siehe Ludovicus XIV. Msm. äsäs , tom. IV. V. äs la , Pag. i8-
^ Röniginnm von Schottland:
Maria von Guise, Claudii I. von Lothringen , HUvon Guise, und Antoinettc von Bonrbon tochter, wurde»» ^aug. an. i;; 4 . an den Hertzog von Longueville, Ludovl« ^vermählet, weicher an. i;z?. dieses zeitliche gesegnete, »> ^
als wittwe hinterließ. Sie wollte nachgehends denEngelland, Henricum VIII. nicht heurathen , vermahne' ,aber, auf des Königs in Franckreich, Francisci I- elnrammit dem Könige in Schottland, Jacobs V. so damals em ^wer und der schönste Herr zu seiner zeit war, welchemder gebahr, nemlich 2. söhne, die beyderseits gantz Mg w^„j«den, und eine tochter, mit nahmen Maria, so nachgehend»gin in Schottland wurde, und nur 8. tage vor ihres vatler»^^aufdie weit kam. Hierauf verlangte sie gedachter Hcnricus ^
abermals zur gemahlin, allein sie schlug es aufs neue ab-ihr leben anlangt, so wird selbiges gar auf verschiedeneschrieben, und sie theils gerühmet, theils und zwar mesttewA v.nicht allzuwohl von ihr gesprochen. Nach des Königs ,tode suchte sie den Regenten , welcher der Graf von Arranimmer nach und nach aus dem sattel zu heben, undihm sodann in seinem amte. Damit aber der Graf nicht w o ^vor den köpfgestossen werden möchte, wurde er zum Her-M ..Chatelleraut in Franckreich gemacht, und bekam jährlich ^Pistolen. Diesem nach nun wurde die verwittibte KomE >»i?>;9. von den Reichs - Ständen zur Regentin von Sch»» si,erklärt. Da sie nun also die regierung in den Händen haM-te sie auf einrathen der Franzosen neue aussagen machen; » ^das volck widerstund mit solcher bestandigkeit, daß sie vo"w .z-vornehmen ablassen muste. An. i;??. bewegten die,Frw° ,!scheu Abgesandten die Königliche Regentin zu einem kriege'» ^Engelland, weil die dasige Königin Maria einige troup"die Niederlande geschickt hatte, daselbst ihrem gemähtFranckreich beyzustehen. Zu solchem ende wurde ein renaer- ^bestimmet, worauf der Regentin trouppen die Engen«»»grentzen verheerten, und gegen das schloß Warck anruckten- ^lein weil dieses ohne der Stande bewilligung geschahe,les zurück. Da nun also die Regentin sahe, daß ihr Wschlag nicht gelungen, die Schottländer auf solche wem » ^das Französische joch zu bringen, schlug sie vor, ihre tom« ^den Dauphin von Franckreich zu vermählen, und aM w §zweck durch ein ander Mittel zu erlangen. Hierauf M-
Parlement, auf des Königs in Franckreich verlangen, ch'sandtschafft ab, dieser fache wegen zu tractiren, da denn Mgen, welche auf des vatterlands Wohlfahrt sahen, Miosprachen, gift beygebracht wurde, daß einige davon stürbe»--^cob Murray, der jungen Königin natürlicher bruder, kam»hülffe einer starcken und guten natnr noch mit dem lebenMittlerweile sielen zwar dieEngclländcr in dieOrcadischen "'ein, wurden aber durch ein ungewitter wieder zurück gen» ,Darauffieng die Regentin an die Protestirenden zuverdammte Walter Milln znm feuer, und verjagte Pauleinen von ihren Predigern , ins elend. Daher vereinigte- ^die Protestirenden , um allesamt vor einen mann zu m,»gaben sich selbst den nahmen der Congregation. Darann.^,sie bey der Regentin eine schrift eingeben, worinn sie vo" ,)ten, wie sehr man sie drückte, unter andern aber begehrten/.^-daß der gottesdienst in der mutterssprache gehalten werden »' ^te ; 2.) daß daS volck seine eigene Prediger erwehlen, »»kdiejenigen, welche ihrer wähl vorstünden, vorher derselbe» ^und lehre untersuchen möchten; und ;.) daß man ane » ^lehrten und ärgerlichen Kirchen - Diener abfetzen , hingE^sdere tüchtige Personen an deren stelle verschaffen sollte. ckM-jagte die Clerisey sehr in Harnisch, so daß sie vorschlug, dsstation mit den Protestirenden anzustellen , welche bisse n»bedingung, wofern man ihnen die H. Schrift zumsen wollte, willig annahmen. Allein, ob ihnen schon einM Jä-heit vergönnet wurde, so fuhr doch nichts destoweniger 0». ^riscy fort, die Protestirenden auf alle weise zu kräncken,dann unter andern Joh. Erskin, Herrn von Dun, einen»" ^sehr g?ossen und ansehnlichen mann, aufdas schimMZ» nctirten, als selbiger das scharfe urtheil wider die Protcjnr.c „Prediger zu lindern anhielt. Sie setzten aber seinem arm ^einige Catholische gesetze entgegen, welche sie drucken, um>kirch - thüren anschlagen liessen, worüber unter dem pom » Mlächter erreget wurde. Hiernächst bearbeitete steh die chMtdahin, daß die Schottländifche Crone in Franckreichwerden möchte, um ihren schwieqer-sohn, den Dauphm, ^ ^asnen, welches auch endlich bewilliget wurde. Allemvon ArgileundJacobus, der Königin bruder, welche»' Mhinüber zu bringen aufgetragen worden, übereilten 1>mnicht, sondern zauderten eine ziemliche zeit, weil sie sich »Uchott-tes befahren konnten , gestalt die junge Königin von ^land gleich damals die Königliche wapen von Enge»»»der Konigin Mariä tode sich, als deroselben rechtmaßM ^ ^erbin, anmassete. Ihre mutter, die Regentin, bckumm» ^rnauch nicht viel mehr um die gunst der Protestirenden/