Band 
Vierdter Theil. He - Mc.
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1054
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tadle ihr geheimes liebes - Verständnis mit Claudio von Lo-thringen , Hertzoge von Chevreuse, entdeckte. Mit diesem wardsie nach des Luynes tode an. 1622. vermählt, fieng nunmehran , an den Staats-geschafften grossen theil zu haben, geriethan. 1626. in verdacht, als ob sie um des Marquis von Cha-lais, ihres liebhabers , Unternehmung gewußt hätte, und begabsich also anfangs nach Lothringen, wo sie an dem HertzogeCarvlo IV. einen neuen liebhaber fand, sodann aber nach En-gelland , erhielt auch zwar erlaubnis, wieder nach Franckreichzu kommen, ward aber an. r6;z. aufs neue vom Hof ent-fernt , weil sie nebst dein Cantzler Chateauneuf, mit dem sie umdiese zeit einen liebes-handel gehabt, über den Cardinal Riche-lieu , welcher sich gleichfalls in sie verliebt, und von ihr zu man-cherley niederträchtigen vergehungen verleitet ward, gespottethatte. Als im jähr 16;7. die Königin Anna, deren Ver-traulichkeit sie seit vielen jähren besessen, und der sie verschiede-ne unlödliche Neigungen beyzubringen gesucht, wegen ihresnach Spanien geführten brief-Wechsels in verdrieslichkeit ge-rieth , befürchtete die Hertzogin gleichfalls darein verwickelt zuwerden , und begab sich also nach Spanien, wo sie mit gantzbesondern Vorzügen empfangen, und von dem Könige selbst ge-siedet ward , gieng von dar nach Engelland, und endlich nachFlandern, wo sie bis zum tode des Königs Ludovici XIII. blei-ben muste. Nach dessen absterben kam sie, ungeachtet er ih-re zurückberuffung ausdrücklich verboten hatte, dennoch mitgenehmhaltung der Königin Annä, als Regentin, wieder nachFranckreich, fand aber bck> derselben nicht mehr die alte ge-wogenheit und Vertraulichkeit, und muste gar bald den Hofmeiden , weil sie sich mit gewalt und gegen des Cardinals Ma-zarini danck, auch zu desselben Nachtheil in die Staats - Händelmischen wollte. Sie hielt sich hierauf eine zeitlang in Flan-dern auf, kam aber nach beylegung der Parisischcn unruhe imjähr 1649. ohne bewilligung der Königin wieder ins Reich,erhielt auch, da sie sich indessen mit dem Cardinal Mazariniverglichen , erlaubnis daselbst zu verbleiben. Im jähr r6?o.that sie dem Cardinal den ersten Vorschlag von gefangenneh-mung der Printzen von Conds und Conty, und vermochte denHertzog Gaston von Orleans seine einwilligung darein zu ge-ben ; war aber bald hernach , als der Printz von Conty ihretochker zu heurathen versprochen , zu der Printzen befreyungbehülflich , und bewog durch ihr zureden den Cardinal Maza-rini auf eine zeitlang das Reich zu verlassen. Allein als derPrintz von Conds nach seiner erledigung die Heurath seinesbruders mit ihrer tochter rückgängig machte, vereinigte sie sichaufs neue mit des Printzen feinden, und erweckte ihm damitviel Nachtheil. Wie sich ihr ansehen nach und nach zu verlie-ren anfieng, begab sie sich vom Hofe hinweg , und zog nachDampierre, wo sie nachmals in ruhe lebte, und wie es schei-net , an den Staats-Händeln keinen theil mehr nahm, ausser,daß sie an. 1661. bey einer mit der Königin Anna in gedachtemDampierre gepflogenen Unterredung, den fall des Fouquets be-fördern half, und zwar auf Veranlassung eines gewissen die-ners, welchen sie seit an. 1649. in diensten gehabt, und ingeheim gar geheurathet hatte. Sie starb an. 1679. In ih-rer jugend hatte sie wegen ihrer fchönheit und überaus gefäl-ligen arten unzehlige liebhaber, die sich ihre geschicklichkeit inStaats-Handlungen überaus wohl zu nutze zu machen wußten.Es fehlte ihr überhaupt nicht an verstand und lebhafftigkeit, aberan gründlichkeit und nachdrucken, daher sie sich oft viel unge-reimte dinge in den köpf setzte, und wie sie niemals ohne lieb-haber seyn konnte, sich nach deren gefallen ohne absicht auf lu-gend oder Wohlstand regieren ließ. Ihre mit dem Hertzogevon Chevreuse erzeugte tochter,Charlotte Marie, so mit ihr meistgleiches schicksal, und an den damaligen Händeln ebenfalls vieltheil gehabt, ist wegen verschiedener liebes - Händel bekannt,worunter insonderheit der, so sie mit dem Cardinal von Netzgepflogen, der dem Printzen von Conds anlas gab, seinenbruder, den Printzen von Conty , von der bereits »festgestelltenVermählung mit ihr abzuhalten. Darüber faßte sie gegen diebeyden brüder einen solchen haß, daß sie dieselben bald daraufzu einer zeit, da sich der Hof ihrer Personen ohne diß gern versi-chert hätte, in einem zimmer, wo sie beysammen waren, ver-sperren , und sodann gefangen nehmen lassen wollte. Als sol-cher gestalt die Heurath mit dem Printzen von Conty zurück ge-gangen, und sie auch des Cardinals von Netz überdrüßigworden war, verliebte sie sich auf einmal in den Abt Foü-quet dergestalt,' daß sie beschloß ihn zu ehlichen. Sie starbaber, ehe solches geschahe, im jähr i6;r. unvermuthet. Un-geachtet sie nicht überaus schön war, hatte sie doch vor die, de-nen sie gefallen wollte, viel annehmliches und reihendes, da-gegen sie allen andern wegen ihres eigensinnigen und unge-reimten Wesens widerwärtig ward. Dabey war sie über dieMassen unbeständig, pflegte mehrentheils die, so sie mit gros-ser Heftigkeit geliebet, bald darauf äusserst zu hassen, besaß auchkeinen besonderlichen verstand , ausser, wenn sie zuweilen durchdie liebe sinnreich gemacht ward. Kitt. tom. III. IV. V.

VII. IVlemoires , tom. I. II. 6e , 6s

, tom. II. 6s liees, tom. I. II. III. 6e Ipko»/-tom. I. II. III. tle In p. 67. I^r»-

* Maria Stuart, eine tochter König Carls I. in Engelland,war im jähr i6;i. gedohren, und ward an. 1641. an Wil-

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helmum II. Printzen von Oranien verlobt, wiewol dierath nicht eher als im jähr 1644. vollzogen ward. Sieüber alle Massen ehrgeitzig und herrschsüchtig, und folgUck 1 .^der gewalt, die ihr gemahl in den Niederlanden als Sta»o ^ter hatte, nicht zufrieden, daher sie ihn zu den mißlungenUnternehmungen, die auf erhaltung einer grösser« manngesehen waren, eiferig bereden half. Mit ihrer schw>epmutter, der Amalia von Solms, hatte sie schon bey ihresmahls leben in beständiger Widerwärtigkeit gelebt, welche "dessen tode vollends in einen unversöhnlichen haß verwan .ward , als sich die Printzeßin Maria, vermöge einer von sPrintzen hinterlassenen Verordnung , der vormundschasil " ,den jungen Printzen, Wilhelmum III. anmassete, die venvtung der güther und die besetzung der ämter allein anund hin und wieder viele Veränderungen machte, auch ßchne gleiche gewalt in dem Fürstenthum Orange zueignen ivv' .und als sie dieses zwecks verfehlte, zu grossem Nachtheil wgeschlechts sich durch Französische hülffe recht zu schaffen mmEndlich ward ihr doch durch einen schluß des hohen AEvormundschafft bestätiget, und ihr zwar die verwittldte m ^tzeßin Amalia , nebst dem Churfürsten von Brandenburg;geordnet, dabey aber ausgemacht, daß sie allein so viel ^als die beyden andern zusammen haben sollte. Sie war v« ^sehr bemühet, ihres sohns angelegenhciten, gegen die zu 1»^Nachtheil von den Staaten gemachten Verordnungen zu »idern, that im jähr 1660. eine reise nach Engelland zu w ^brüdern, denen sie während ihres elendes nach allem w. ^vermögen beygestanden , starb aber noch im dec. desselbenin diesem Reiche, aus gram über das absterben ihresbruders, des Hertzogs von Glocester, und aus Verdruß um-- ^von ihrem andern bruder Jacob, Hertzoge von Aorck, M'Anna Hyde, getroffenen ungleichen Heurath. Man n"bep ^sie einmal in ihrem wittwen - stände, auf veranlajjungmutter, die sie an den König Ludovicum XIV. zu vermagvermeynet, in dieser absicht eine reise nach Franckreichdarüber sie einen theil von ihren und ihres sohns gutheri ,äussert, viele schulden gemacht, und gleichwol nichts aiv ^

getragen. , gnnsl. rom. I-

l. rsvol. Ksmoirss cle

den und spott davon»er, Kitt. 6es clsrn.tom. II.

* Maria, ein schwärmerisches und sectirischesso in dem sechsten jahrhunderte in dem Hertzogthum Berry

te, unter andern närrischen und gottslästerlichen lehren ^gab, sie wäre ein wesentliches stück der ewigen Gottheit - ^unterschiedliche verbotene räncke brauchte, dadurch sie Mdem volcke in ansehen brachte. V. 6^-Zar.

xag. 2z6.

* Maria von Oxford, ein quacker - und schwärmcruwweibs-bild, so im jähr i zoo. zu Oxford öffentlich unterdern irrigen und gottslästerlichen lehren vorgab, sie warrerlöserin des menschlichen geschlechts. V.

XIII. II. L kol. 220. VII. ;4. ^ gft

St. Mariä von dem ttottrio orden, ist von demgen Dvminico, nachdem ihm die Mutter GOttes zu be«v 9-

der Waldenser das XoLrium bestens recommendiret, am ^

gestiftet, von dem Papste Jnnvcentio III. aber bestätig«,mit unterschiedlichen privilegüs versehen worden. Dietrugen ein creutz , fast wie dre Constantins - Ritter, ammitte die heilige Maria mit dem kinde JEfu, fo beMkräntze in den Handen hatten, abgebildet war. Mn everbunden, wider die Aldigenser oder Waldenser M uund das ttottrium zu bäten. Nachdem diese kriege ein emnommen, hat man diesen orden in eine Gesellschaft! MNdelt, welche der Jungfrau Maria zu ehren das Xolsrium ^muß. si. Andreas Mendo 6s or6. milir. hält davor,der Ertz-Bischoff Nodericus zu Toledo diesen orden zu 0 >de gestiftet, daß die Ritter , soderregul des heiligen 'Er-folgten, den Mohren, welche selbige stadt beunruhigen,stehen sollten. Lo»a»»,, 6e or6. Lgu. n. 64. .

Mariamne, eine wegen ihrer fchönheit berühmte s

in Judäa, von Maccabätschen oder Afmonäischen gevn' gie-ren vatter Alexander, Aristoduli söhn, und die mim

xandra Hyrcani, des gedachten Aristobuli bruderS, rom'

«sie hatte einen bruder, mit nahmen AristobnluS, chrekHervdis des grossen gemahlin, welcher sie zwar Einstig-fchönheit inniglich geliebet, aber theils durch ihre wwermkeil und Hochmuth gereitzet, als die ihm die Vertilgung ^s,geschlechts und seine geringe Herkunft ohne unterlastheils auch aus anstiften und auf die vielfältige ver ^gen feiner schwester Salome, endlich felbige ä- tt- ^»richten ließ. Siehe Herodes und Salome.

Mariana, eine colonie auf einem theile der insui^öuii^welche ihren nahmen von C. Mario, einem beruM.^,Ajcherscheu Bürgermeister, bekommen hat, war euiZu ^ ' ^be-sitz , dem Ertz - Bischoffe von Genua gehörig. Sie ^ h>^

vor sehr groß und volckreich, liegt an einem kleinen '' - ,p,radurch lauffenden flusse, ist aber anjetzo gantz rulmrcl,xa-dahero Rovine äi Mariana genennet, sintemal mau Hai»von übrig ist , als allein die Dom-kirche, welche kei ^ ^er-Der Bischöffliche sitz wurde an. i;?;. nach Bai«xeo^r. »ntig.