478
Uber Koiilknsäureexiialation
eine bedeutende, wahrscheinlich emphysematische Geschwulst aus ; das Athrnenwurde sehr beschwerlich, das Thier frass nicht und sass ineist ruhig.
Am 17. März war jene Geschwulst grösstenlheils wieder verschwunden;doch blieb das Athmen sehr beschwerlich, oft war es pfeifend, was aber immernur kurze Zeit anhielt, Von 9 1 ' 1 5' bis 12 l, 15' exspirirte cs bei + 16°C. =2,308 gr. Kohlensäure.
Am 18. März war der Zustand des Kaninchens noch verschlimmert; dieAthemzüge sehr kurz und beschwerlich; nur mit Mühe liess cs sich zu Bewe-gungen bringen; es frass gar nicht mehr. Früh von 8'‘57' bis l l h 57' beiI6°C. exspirirte es = 1,838 gr. und Nachmittags von 3 h I 0' bis 6 h 10' bei17°C. = 1,731 gr. Kohlensäure. In der Nacht vom 18. zum 19. März ver-endete das Thier.
Bei der am folgenden Morgen angeslellten Sectiori fand sich das Zellge-webe auf der rechten Seite zwischen Fell und Rippen-, Bauch- und Halsmuskelnödematös infiltrirt; die die Wunde umgebenden Muskeln: M. pcctor. major,MM. intercostales, M. serrat. ant. maj. u. s. w., waren blauschwarz gefärbtund von einer übelriechenden jauchigen Flüssigkeit umgeben; die Bauch-muskeln stark gespannt (wegen der Todtcnstarrc); im Untcrleibe fand sichausser den bei Kaninchen so gewöhnlichen Ilydaliden nichts Abnormes; derrechte Theil des Zwergfells, so wie ein Thcil der convexen überdache derLeber waren gleich den Rumpfmuskeln dunkelblaugrau gefärbt und schlaff.Nach Eröffnung der Brusthöhle zeigte sich das Herz schlaff, der linke Ventrikeldesselben mit wenig, der rechte Ventrikel mit etwas mehr flüssigem, dunkcl-kirschrothcm Blute erfüllt, die grossen Ilohlvenen strotzend vom Blute; dielinke Lunge hatte ziemlich das normale ganz blassrothc Ansehen, nur dessensich schon mit blossem Auge hie und da erweiterte Gcfässverzweigungcn wahr-nehmen ; sie schwamm auf dem Wasser und liess sich leicht und vollständigaulblascn. Die rechte Lunge war dagegen völlig verändert; der untere Lappenfand sich in einem gangränösen Zustande; liess sich an dieser Stelle leicht zuBrei drücken; der obere und mittlere Lappen waren dunkelbraunroth ge-färbt und dicht, schwammen nicht auf Wasser, dessen sich nicht aufblasen; diemikroskopische Untersuchung liess nirgends grössere Luftblasen mehr auflinden,wohl aber zeigten sich neben einigen Blutkörperchen Eiterzellen und Entzün-dungskugeln in grosser Menge. Es kann sonach kein Zweifel obwalten, dasses gelungen war, diesem Thicrc eine ausgedehnte Entzündung der äussernBrustmuskeln und der rechten Lunge zuzuziehen, die mit Gangrän endete.4Begleichen wir nochmals die Resultate der Respirationsversuche, so ergieblsich folgendes:
In 3 Stunden excernirtc das Kaninchen bei mittlerer Temperatur an Kohlensäure:
Vor der Verwundung in 3 Morgenstunden 3,820 gr.
Unmittelbar nach der Verwundung in 3 Morgenstunden - 3,877 gr. ’
Den I. Tag ,,
4
Nachmiltagsst. =.-
3,217 gr
2,308 gr
'■ 838 gr