eine andere Form bringt, ohne ihren Werth zu andern,gibt es mancherlei. Die Kunst, sie anzuwenden, lehrtdie Algebra, welche auch hievon ihren Namen hat. Die-ser ist arabisch, und ein Kunstausdruck aus der Chirurgie.Er bedeutet: verrenkte Glieder wieder einzurichten. Beidem langen Aufenthalte der Araber in Spanien sind vieleWorte aus ihrer Sprache in die Spanische übergegan-gen, und noch heißt in dieser ein Mann, der
die Kunst ausübt, verrenkte Glieder wieder einzurichten.Vor einigen Jahren gab der Scharfrichter in Madridein Buch über las ^1§ebras heraus, in dem man vergeb-lich nach Buchstabenrechnungen würde gesucht haben. —Auch im Deutschen scheint man diese Ausdrücke aus derChirurgie übernommen zu haben, — und man sagt eben-sowohl: einen Bruch einrichten, als: ein verrenktes Gliedeinrichten.
§. 5 -
Mit der Algebra beschäftigten sich unter den europäi-schen Völkern zuerst die Italiener, besonders gegen dasEnde des r5ten Jahrhunderts, wo überall in ItalienKünste und Wissenschaften blühcten, und wo fast jedeStadt ein kleines Athen war. Diese nannten sie: He-Aola äs 1 g. 6 osa, von 1a Losa die Sache, worunter siedie unbekannte Größe verstanden, welche gesucht wurde.Unsere alten deutschen Rechenmeister gaben ihr denselbenNamen, und nannten sich selber Cossisten. Gegen dasEnde des röten Iahrhunders, wo man anfing fremdeWorte in der Sprache zu vermeiden, nannte man sie:die Buchstaben-Rechenkunst. Allein da die Buchstabennicht die einzigen Zeichen sind, die man gebraucht, und
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