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Die höhere Rechenkunst und ebene und sphärische Trigonometrie für die Oberlandmesser des Grossherzogthums Berg / herausgegeben von Dr.J.F. Benzenberg
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Die Fernrohre auf den Winkel-Instrumenten habengewöhnlich nur zwei Gläser. Sie zeigen dann zwar alleGegenstände umgekehrt, haben aber mehr Helligkeit alswenn sie vier Gläser hätten. — Ueberhaupt kann mansich folgende verschiedene Arten von Fernrohren bemerken.

1) Die holländischen oder gallilaischen, wel-che in Holland ums Jahr 1610 erfunden wurden. Siehestestehcn wie Fig. 3 . aus einer erhaben geschliffenenObjektivlinse, und einer hohl geschliffenen Augenlinse.Man sieht in ihnen die Gegenstände gerade. Sie habengewöhnlich nur eine zwei - oder dreimalige Vergrößerung,und ein kleines Gesichtsfeld. Sie werden von Kurzsichti-gen häufig zu Operngukern gebraucht.

2) Die Kepplerischen, Sie bestehen aus zwei er-haben geschliffenen Linsen, und vergrößern um so mehr,je kleiner die Brennweite der Okularlinse, und je größerdie der Objektivlinse ist. Sie werden am meisten in derAstronomie gebraucht. Man liebt sie wegen ihrer großenHelligkeit auf Meß-Instrumenten, obschon sie die Ge-genstände umkehren. (Fig. 4 )

3) Erdfernröhre. Sie bestehen aus vier Linsen, undzeigen die Gegenstände aufrecht. Die meisten Taschen-pcrspektive haben diese Einrichtung. (Fig. 5 .)

An merk. Eine Linie, die in der Mitte durch alle Gläser

eines Fernrohrs geht, heißt die Achse desselben.

Alle diese Fernröhre zeigen Farben, und man siehtum die Gegenstände, die man durch sie betrachtet, im-mer einen mehr oder weniger farbigen Ring. Im Jahr1766 machte der Engländer Dollond die Erfindungder farbenkosen Fernrohre, welche alle Gegenstände inihrem natürlichen Lichte zeigen. Das Objektivglas be-steht