lgo r. Zeitraum, s. Capitel.
langt, obgleich sie vielleicht nicht alle die Lobpreisun-gen verdient, welche neuere Schriftsteller ihr ertheilthaben, und ob es gleich einer der Hauptvorzüge ei-ner Periode seyn mag, daß sie innerhalb wenig ent-fernter Gränzen eingeschlossen ist: so gestehe ich in-dessen, daß eine solche, wie die obengenannte, einegroße Zahl genauer Beobachtungen und einen ge-schickten Gebrauch des astronomischen Calculs vor-aussetzen würde. Aber eben deswegen meyne ich,daß man die Erfindung derselben (wenn sie einewürkliche ist) den jüdischen Patriarchen nicht zueig-nen könne. Wer wird in der That jemals glauben,daß eine Nation, deren Stammväter einer solchenAnstrengung der Aufmerksamkeit und des Wissensfähig gewesen waren, bis zu einem solchen Gradeverdorben und entartet worden seyn, daß seit derSündfluth und so lange sie von andern Völkern ab-gesondert lebte, sie nichts weiter als den schimpflich-sten Aberglauben und die dümmste Unwissenheit zeigt?Denn welches andre Urtheil kann man fällen, wenndie Geschichtschreiber, welche sie als Heilige ansteht,uns kaltblütig erzählen, daß Josua die Sonne stillestehen ließ; daß der Schatten des Sonnenzeigers desHiskias zehn Grade zurück ging; daß die Pflanzendurch Fäulniß sich erzeugen, und tausend andre Un-gereimtheiten der Art? Ist es nicht sehr wahrschein-lich , daß Josephus, aus einem blinden Eifer fürseine Nation oder aus andern uns unbekanntenGründen, ihr die Ehre einer wahren oder erdichte-ten Erfindung, von der er selbst die Idee aus denSchriften der chaldäischen, ägyptischen oder griechi-