Band 
Erster Theil.
Seite
211
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Geschichte der Astronomie.

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das Zeugniß der Sinne, die Oberfläche der Erdekeine in geraden Linien ausgedehnte bloße Ebene bil-den darf, sondern eine krumme und spharische Aus-dehnung. Pythagoras hegte noch einen andern ebenso wahren, aber in Rücksicht auf die Zeit, worin erlebte, weit außerordentlicher» Gedanken. *) Er ur-theilte, daß die Sonne im Mittelpuncte der Plane-tenwelt unbeweglich ist, und daß die Eide mit denandern Planeten in den himmlischen Räumen.sich umsie bewegt: ein System, welches erst in neuern Zei-ten entwickelt und bewiesen ist. Weil aber damalsdiese Meynung offenbar gegen die Erscheinungen undgegen die gemeinen Vorurthcile stritt:, so theilte Py-thagoras sie nur im Geheim seinen Schülern mit;sey es nun, daß er sie auf eine hinreichende An-zahl von Beobachtungen nicht stützen konnte, undsie daher nur als eine bloße sehr wahrscheinliche Hy-pothese ansah, oder daß er bey einer allgemeinen Be-kanntmachung derselben befürchtete, steh der öffentli-chen Verspottung auszusetzen, oder, welches das Ge-fährlichste war, gar die Unwissenheit und den Fana-tismus gegen sich aufzubringen. In der That habendiese beyden Feinde der menschlichen Vernunft ihrenDespotismus und ihre Verfolgungen in allen Jahr-hunderten ausgeübt; und eS ist nicht nöthig, auf

*) Ter Mrf. folgt hier Montncla (Hi,r. <1. IVl-uL. 1.1.HZ), der sich auf ^rlxrot. 6s Lvslo. II. o. rz. beruft»Allein. Aristoteles sagt daselbst nichts weiter/ als daß die Pytha«gvraer zum Minelyunet der Welt eine Feucrmaterrc anuahmen,welche sich die Erde und alle übrigen Gestirne bewegten.

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