»5» I. Zeitraum, s. Capitel
Aristarch von Samos, der sich in der Astronomiedurch mehrere Entdeckungen oder merkwürdige Mey-nungen berühmt machte. Er beobachtete ein Sol-siitium, im Jahre 2gi vor Ch. Geb., nach den Be-rechnungen des Ptolemäus; wodurch das Zeitalterdieses Astronomen, worüber wenig unterrichtete Ge-schichtschreiber sich mit Ungewißheit ausdrücken, aufeine genaue Weise bestimmt wird. Man hat vonihm eine, wenn gleich nicht sehr genaue, doch seheeinfache Methode, um das Verhältniß der Ent-fernungen des Mondes und der Sonne von derErde zu bestimmen. Sie besteht darin, daß manden Augenblick beobachtet, wo die Ebene des Krei-ses, welcher in den verschiedenen Phasen des Mon-des den erleuchteten Theil von dem verdunkeltentrennt, gegen das Auge des Beobachters auf derErbe gerichtet ist, und sich auf der Mondscheibe ingerader Linie projicirt; und alsdann den himmli-schen Bogen, der zwischen dem Monde und derSonne enthalten ist, ausmißt; und endlich einrechtwinklichtes Dreyeck entwirft, M dem der rechteWinkel am Monde ist, und die drey Seiten diedrey Linien sind, welche die Erde, den Mond unddie Sonne verbinden. Alsdann ist es klar, daßin diesem Dreyeck die drey Winkel bekannt sind,und daß man folglich das Verhältniß der Seitenfinden kann. Auf diese Weise fand Aristarch, daßdie Sonne achtzehn oder zwanzigmak weiter von derErde entfernt ist, als der Mond. Dies ist keines-wcges genau, indem die Entfernung der Sonne dreyoder vier hundertmal größer ist, als dre des Mon»