Geschichte der Mechanik. LyZ
besteht darin, daß er für irgend einen Augenblickdie Bewegung jedes Körpers in zwei) andre Bewe-gungen zerlegt, wovon die eine der Körper wirklichannimmt, die andre vernichtet wird, und daß erGleichungen formirt, welche die Bedingungen deSGleichgewichts unter den vcrlohrnen Bewegungenausdrücken. Dadurch ist das Problem auf die ge-wöhnlichen Gesetze der Statik gebracht. Der Ver-fasser wendet sein Princip auf mehrere Beyspiele an;er beweiset in Strenge und auf die evidenteste Weiseden Saß, den Huygens zur Grundlage seiner Aus-lösung gebraucht hatte. Im Verfolg dieser merk-würdigen Abhandlung thut er aus eben diesen Prin-cipien dar, daß der Mittelpunct des Schwungesund der Mittelpunkt des Stoßes in einem und dem«selben Puncte befindlich sind.
Es schien, daß diese Auflösung des Problemsvon den Mittelpunkten des Schwunges nichts zuwünschen übrig ließ. Gleichwohl brachten JohannVernoulli und Taylor im Jahre 1714 (lVlein. äsl?ari8 und kbilok. Iranlact.) dieses Problem noch-mals auf die Bühne, und gaben Auflösungen, diedem Grunde nach durchaus einerley waren. DieseUebereinstimmung veranlaßte unter ihnen den leb-haftesten Streit: sie beschuldigten sich einander ge-genseitig des Plagiats. In dieser neuen Behand-lungsart der Aufgabe setzt man voraus, daß an derStelle der elementaren Gewichte, woraus das Pen-del zusammengesetzt ist, in einem und demselbenPuncte andere Gewichte substituirt werden von derBeschaffenheit, daß ihre Bewegungen der winkelich-