Band 
Zweyter Theil.
Seite
306
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IV. Zeitraum. 12. Capitel.

teil Gleichungen bedürfen einer Modifikation. Uebri-gens zeigt Daniel Bcrnoulli hier die Sagacität einesGeomcters, der zugleich Physiker und daher mit Auf-merksamkeit den Gang der Natur zu befolgen gewohntist. Die Rechnung ist für ihn stets nur ein Werkzeugder Noihdurft, lind nie ein eitles Prunken mir reintheoretischen Formeln. Welche Fortschritte auch dieWissenschaft von der Bewegung des Wassers seit derErscheinung von Daniel Bernoulli's Hydrodynamikgethan hat, die gerechte Nachwelt wird dieses Werkimmer zu den schönsten und weisesten Erzeugnissen deSmathematischen Genies rechnen.

Ungeachtet des glänzenden Erfolgs, den es vonseiner Erscheinung an hatte, urtheilten Johann Ber-noulli (der Vater des Verfassers) und Maclaurin,daß das Hülfsprincip von der Erhaltung der lebendi-gen Kräfte, wenn es gleich an und für sich wahr sey,doch nicht unmittelbar zup Bestimmung der Bewe-gung der Flüssigkeiten angewandt werden dürfe, undlösten die Aufgabe durch andre (übrigens sehr von ein-ander verschiedene) Methoden auf, die sie für mehr di-rekt und mit den ersten Gesetzen der Mechanik engerverbunden hielten. Ihre vornehmsten Resultate wa-ren mit den von Daniel Bernoulli übereinstimmend.Bey aller gerechten Schätzung ihrer gelehrten Metho-den hat man doch darin Dunkelheit und einige pre-käre Voraussetzungen bemerkt *). Ich gehe in diese

*) Wie Käflner der Bernoulli, d'Alembert« u. a. Theorienwürdigt, ist au« seinen Anfangsgr. der Hydrodynamik. 2 Aufl.Gökking. 1797. bekannt; weiches Werk überhaupt in zerstreuten