Band 
Zweyter Theil.
Seite
380
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38» IV. Zeitraum, iz. Capitel, r. Abschnitt.

geschwächt werden, so wird dieser Verlust in den stren-gen Wissenschaften, die Früchte des Nachdenkens undder Urtheilskraft sind, ersetzt durch dre Masse der er-langten Kenntnisse und durch eine lange Uebung dergeometrischen Methoden, welche die zur Auflösung ei-ner Aufgabe am meisten geeignete bald erkennen läßt;wodurch oft viele unnütze Versuche erspart, und dieGeisteskräfte geschont werden. Alles wohl abgewo-gen, so vergleiche ich Jakob Bernoulli mit Newton,und Johann Bernoulli mit Leibniß.

Ich kehre zurück auf die Erklärung der großenPhänomene der Natur aus dem Princip der Attra-ktion. Zu diesen gehört die abwechselnde Meercsbe-wegung der Ebbe und Fluch.

Phänomene der Ebbe und Fluth.

Es ist bekannt, daß in den großen und tiefenMeeren die Gewässer steigen und fallen, Wechselsweisein einem Zeitraum von ungefähr sechs Stunden; sodaß -es innerhalb vier und zwanzig Stunden zwey Zei-ten gibt, deren jede aus einer Fluth und einer Ebbebesteht. Die Gewalt der Fluth nöthigt die Flüsse,die sich ins Meer ergießen, zurückzugehen; währendder Ebbe nehmen die Gewässer wieder ihren gewöhn-lichen Lauf an. Nur im Ocean sind die Bewegungender Fluth und Ebbe sehr merklich: in den Seen, denMeerbusen, den Strömen, und überhaupt m allenAnhäufungen von Wassern, die in Verhältniß mitdem Ocean wenig beträchtlich sind, sind sie nur sehrwenig oder gar nicht bemerkbar. Zuweilen zeigen sich