Band 
Zweyter Theil.
Seite
381
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Geschichte der physischen Astronomie. zgr

jedoch in den mittelländischen Meeren, wo die Gewässergenöthigt sind, durch eng eingeschlossene Oerter durch-zugehen, Bewegungen der Fluth und Ebbe. So gibtes solche merkliche Bewegungen an der Spitze desvenetianischen Meerbusens; aber an dem größtenTheil der Küsten des mittelländischen Meeres sind siesehr klein oder wie Null.

Die Cartcsianer behaupteten, daß die Gewässerdes Meeres sich vermöge eines Druckes erheben, dender Mond, wenn er in den Meridian kommt, auf denTheil der Atmosphäre, der zwischen ihm und demMeere enthalten ist, äußert, und daß sie hernach,wenn der Mond sich zum Untergänge neigt, durch ihreeigene Schwere zurückfallen. Allein sollte ein solcherDruck statt finden, so müßte die unter dem Mond be-findliche Atmosphäre Stützpuncte haben, welche sieverhinderten, sich nach allen Richtungen auszudehnen:wo nicht, so thut der Mond nichts weiter, als daßer die Stelle eines Luftraumes einnimmt, der dem sei-nigen gleich ist, und läßt die Gewässer in demselbenStande, worin sie sich befanden.

Es ist heutiges Tages kein Zweifel, daß, da dieGravitation unter allen Körpern des Weltalls gegen-seitig ist, die Bewegungen der Fluth und Ebbe durchdie Attractionen des Mondes und der Sonne, verbun-den mit der täglichen Umdrehungsbewegung der Erdeum ihre Axe, hervorgebracht werden. Wenn derMond im Meridian ist, so zieht er die Gewässer desMeeres an, welche kleine von dem übrigen Theil derKugel abgesonderte Körper sind; er zieht auch dieganze Masse der Erde an, die man als in ihrem Mir-