Band 
Zweyter Theil.
Seite
461
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Leben und Werke.

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um im Allgemeinen die Bedingungen zu bestimmen,die man unter zweyen Spielern aufstellen soll, welchemehrere Parthien spielen; auch hat er diese Materienochmals in seinen Briefen an Fermat behandelt. DerRitter de Mere, welcher durch Hülfe der natürlichenLogik einige besondre und leichte Fälle dieser Aufgabenausgelöst hatte, war unfähig, Pascals Untersuchun-gen zu würdigen, aber doch stolz dadurch gemacht,daß er zu diesen Gelegenheit gegeben hatte, und glaubtedaher das Recht zu haben, sie herabzusehen. Indemer die lächerliche Freyheit, welche der größte Theil derWelrleute sich anmaßt, über alles zu urtheilen undalles zu tadeln, ohne etwas ergründet zu haben, biszum Uebermaß trieb, wagte er an Pascal zu schrei-ben, daß die Beweise der Geometrie in denmeisten Fällen falsch sind; baß sie verhindern,in tiefere Kenntnisse einzudringen, dieniemals täuschen; daß man durch sie in der Weltden Vortheil verliert, auf die Miene und dasGesicht der Personen zu merken, die mansieht, eine Menge von Dingen, die sehrviel nützen können rc. "Hat dieser lächerlicheBrief einigen Sinn, so begreift man, daß der Ver-fasser die Kunst, die Schwachheiten der Menschen auf-zufassen und zu benutzen, als die höchste Wissenschaftansieht: der Wahn einer habsüchtigen und verderbtenSeele, den Niemand offen zu äußern wagen würde,welcher aber beständig der Glaube und die Regel derIntriguanten und Ehrsüchtigen gewesen ist, weil in derThat in einer verderbten Regierung die Reichthümerund die Ehrenstellen insgemein nur Usurpationen dett