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Die Lehre von der Cohäsion, umfassend die Elasticität der Gase, die Elasticität und Cohärenz der flüssigen und festen Körper und die Krystallkunde : nebst vielen neuen Tabellen über alle Theile der Cohäsionslehre, in's besondere über die Elasticität und die Festigkeit / von M.L. Frankenheim
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9
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Verbindungen.

S

larkräfte im ganzen Körper. Bei den übrigen festen Körpern weichtdie Richtung mehr oder weniger vom Parallelismns ab. Bei denflüssigen und luftförmigcn sind die secundären Kräfte fast ganz auf-gehoben und die Thcilchen liegen so unregelmäßig neben einander,daß der mittlere Werth der Molecularkräfte nach allen Seiten gleichist. Bei den Gasen überwiegt durch die vermehrte Quantität desWärmestoffeS die Repnlsion.

Diese Hypothesen sind sehr einladend. Aber das specifischeGewicht und die hierdurch bedingte große Annäherung der Theile, diesich zuweilen in den Gasen findet, der geringe Unterschied zwischenden specifischen Gewichten der festen und flüssigen Körper und diedessenungeachtet statt findende große Kluft, welche die drei Aggrc-gatznständc von einander scheidet, sind Schwierigkeiten, welche dieAtomistik noch nicht hat beseitigen können.

Verbindungen.

§. 1t. Zwei heterogene Körper verbinden sich auf dreifacheWeise, mechanisch, physisch, chemisch.

Die mechanische Verbindung ist am leichtesten anschaulich zumachen. Die flüssigen und luftförmigen Körper trennen sich ge-wöhnlich schon durch die Schwere, indem das specifisch leichtere auf-steigt. Feste Körper, wenn keine Adhäsion sie hält, werden schonvon einander getrennt, wenn man sie in eine gleichförmige Bewe-gung versetzt, und ihnen dann einen Körper entgegenstellt, dem sieihre Bewegungen mittheilen müssen, z. B. Lust oder Wasser. DieStücke, deren Volumen oder Gewichte größer sind, verlieren dabei einenkleinern Theil ihres Bewegungsmoments und eilen den übrigen voraus.

§. 1Z. Die physischen und chemischen Verbindungen sind in-niger. Die Bestandtheile durchdringen sich; sie befinden sich beidezugleich an jedem Orte und werden durch mechanische Kräfte nichtgetrennt.

Bei den physischen*) Verbindungen ist die Kraft, welche anjedem Punkte wirkt, der Summe der Kräfte der beiden Bestand-theile beinahe gleich. Alle Eigenschaften des Ganzen, specifisches

') Der Ausdruck physisch ist nicht ganz paffend; denn Chemie und Me-chanik können in gewissen Beziehungen als Theile der Physik angesehenwerden. Eohäsiv hätte die hier wirkenden Kräfte besser bezeichnet.Jedoch vermeide ich neue Worte, wo ich nur kann.