Ausfluß der Gase.
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lere Geschwindigkeit des Gasstroms. Ob die nach dieser Voraus-setzung berechnete Geschwindigkeit mit den Beobachtungen überein-stimmt, ist jedoch bis jetzt noch nicht untersucht.
§. 12. Kurze Ansatzröhrcn ,von cylindrischer oder konischerGestalt haben auf die Gase fast denselben Einfluß wie auf benet-zende Flüssigkeiten, indem was dort die Adhäsion bewirkt, hier durchdie Elasticität hervor gebracht wird.
Ueber den Ausfluß der Gase aus langen Röhren giebt eSnur wenige zuverlässige Beobachtungen, und die schöne Gelegenheit,welche die langen zur Gasbcreitung dienenden Röhren darbieten,ist bis jetzt nur wenig benutzt worden. Man weiß jedoch, daß auch hierdie Analogie mit dem Ausflüsse der flüssigen und gasförmigen Kör-per fortdauert, obgleich in den Bewegungen wesentliche Unterschiedestattfinden. Bei Flüssgkerten nämlich ist in cyliudrischcn Röhren dieGeschwindigkeit coustant; bei Gasen dagegen, ist die Elasticität undalso auch die Geschwindigkeit sehr bedeutenden Veränderungen un-terworfen.
Sobald die Länge einer cylindrischen Röhre die Grenze über-schritten hat, wo die Gestalt der Oeffnung im Gefäße von Einflüsseist, finden folgende Regeln statt, wenn man Widerstand dieDifferenz in der Elasticität des ausströmenden Gases am Anfangeder Röhre und an einem andren Orte derselben nennt.
Der Widerstand ist fast proportional der Länge der Röhre unddem Quadrate der mittleren Geschwindigkeit des Ausflusses, manmag den Druck an verschiedenen Orten einer Röhre beobvchten,oder an den Enden von Röhren gleicher Weite aber verschiedenerLänge.
Er ist ferner dem Durchmesser der Röhren verkehrt propor-tional.
Die Geschwindigkeit des Ausflusses bei verschiedenen Gasensteht bei langen Röhren ungefähr in demselben Verhältnisse wie beiOeffnnngen in einer dünnen Wand.
§. 13. Die Hauptversuche über den Ausfluß der Luft sindvon Daubuisson, und wie alle Arbeite» dieses Naturforschers inForm und Inhalt ausgezeichnet. (Vnn. Oinm. I'ü^n. 1826.XXXII. p. 327 und 1827. XXXIV. p. 380.)
Th. Dornig, Uliilos. 'I'rrmsuet. 1800. nluulx. XVIU. x.106. Gilb. Ann. XXII. p. 249.