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Die Lehre von der Cohäsion, umfassend die Elasticität der Gase, die Elasticität und Cohärenz der flüssigen und festen Körper und die Krystallkunde : nebst vielen neuen Tabellen über alle Theile der Cohäsionslehre, in's besondere über die Elasticität und die Festigkeit / von M.L. Frankenheim
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99
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Benetzte Körper, Tropfen.

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Bewegung hat, so sammelt sich das Wasser an dem niedrigstenPuncte der Fläche, der bei ebenem Boden schon durch ein Staub-theilchen bestimmt werden kann, formt sich dem Gesetze der Syna-phie gemäß, und wenn sein ganzes Gewicht der auf die Basis redu-cirten Adhäsion gleich ist, so bildet sich wie bei der Adhäsionsplatteein coucaver Rand, der. sich verengt, bis der Tropfen abreißt undniederfällt. Zwischen dem Beginn dieser Bildung bei dem schon rei-fen Tropfen und dem gänzlichen Losreißen verfließt einige Zeit.Kommt nun Flüssigkeit von der Seite hinzu, so fließt diese an demTropfen durch ihre Schwere herab und vergrößert ihn um so mehr,je länger die Zeit während des Losrcißcns und je schneller der Zu-fluß ist.

Bei gewölbtem Boden ist die Erscheinung lvmplicirter; dennzu dem, was bei der Ebene statt findet, tritt noch das Moment derBewegung der Wasserthcilchen, das sie durch Herabgleiten längs derkrummen Fläche erlangen. Die Theilchen reißen sich daher nicht nurdurch ihre Schwere los, sondern auch durch die von der Schwerestammende, aber jetzt nur wie ein Stoß wirkende Bewegung.

§. 63. Was die relativen Größen der normalen Tropfenverschiedener Flüssigkeiten betrifft, so ist es bekannt, daß Weingeist,Aether u. s. w. kleinere Tropfen geben alsWasser. Bei Weingeist undWasser sind die Volumina der langsam abfließenden Tropfen fast denCapillarhöhcn proportional. In wie fern sich dieses bei andrenFlüssigkeiten bestätiget, werden künftige Versuche zeigen. Sollte esgelingen, die Theorie der Tropfen vollständig auf die übrigen Sy-naphie-Erscheinungen zurückzuführen, so besäße man in ihnen diezuverlässigste und leichteste Methode, die Synaphie bei den verschie-densten Körpern und Temperaturen, selbst der höchsten, zu be-stimmen.

§. 61. Die Temperatur endlich hat einen sehr merklichenEinfluß auf die Größe der Tropfen. Da Körper mit geringererSynaphie kleinere Tropfen haben, so müßten die Tropfen warmerFlüssigkeiten kleiner sein. Die Beobachtung giebt folgende Resultate:

Die Wärme macht den Tropfen kleiner, und zwar in einemweit größern Verhältnisse, als man nach den Veränderungen derSynaphie erwarten sollte. Bei 10" fand ich den Tropfen zuweilennur 0,8 — 0,0 so groß als bei SO" 6!. Aber diese Wirkung ist sehr ab-hängig von dcrGeschwindigkcit des Abflusses. Ist dieser sehr langsam, so ist