106 Cohärcn; der Flüssigen, Gleichgewicht.
§. 73, Solche Häute erzeugen sich nicht nur beim Wasser,sondern in allen Flüssigkeiten, welche feste, stark adhärirende Theileenthalten. Besonders ist das Quecksilber zu solchen Bildungen ge-neigt. Die dünne Haut, welche auf nicht ganz reinem Quecksilberentsteht, oder an einem Gefäße, das Quecksilber enthielt, zurückbleibt,besteht aus einem zarten Netze, in dem ein sehr fein »ertheiltes Oxydvon einem dem Quecksilber beigemengten unedlen Metalle der Stütz-punct ist. Diese Häute besitzen bei sehr geringer Dicke einenhohen Grad von Festigkeit, indem sie den Quecksilbertropfen ineiner Lage erhalten, die von dem Gleichgewichte, das er für sichanzunehmen strebt, weit entfernt ist.
Auch bloß flüssige Körper können solche Häute bilden, indemdie Stelle deS festen Körpers durch einen flüssigen Körper vonstärkerer Gewichts-Synaphic, z. B. durch sehr kleine Quecksilber«lügelchen ersetzt wird.
§. 74. Die Blasen entstehen zuweilen in sehr zahlreichenGruppen, als Schaum, entweder indem man die mit festen Theilengemengte Flüssigkeit umrührt, oder indem sich aus ihrem Innernder Dampf oder ein Gas entwickelt, wobei eine jede in die Höhesteigende Luftkugel zur Blase wird. Die ganze Masse der Flüssig-keit kann auf diese Weise in einen Schaum verwandelt werden, der ein100 und mehrfach größeres Volumen besitzt. Dieses ist unter an-dren der Fall beim Aufkochen fast aller Flüssigkeiten von gallert-artiger oder öliger Consistenz, bei den meisten organischen Flüssig-keiten, Blut, Milch, u. m. a. Auch bei vielen Körpern, die inhoher Temperatur erweichen und dabei ein Gas entwickeln, z. B.Wasser-, Schwefel-Dampf, Kohlensäure.
Sollte das Ammoniumamalgam bei seiner in der Chemieso beispiellosen Vergrößerung deS Volumens auch nur ein Aggregatvon Blasen sein, deren Wände aus Quecksilber und festem Queck-silberamalgam bestehen?
§. 75. Alle diese Bildungen verdienen eine genaue Untersuchung,da alle Fasern und Membranen organischen Ursprungs halbflüssigwaren, und erst später durch Verdampfung der Flüssigkeit und An-näherung der festen Theile erstarren. Auch von den nach allen dreiDimensionen ausgedehnten festen Körpern sind viele bloß Aggregatevon Membranen und Fasern, oder gar ein ausgetrockneter Schaum.Indessen darf man sich nicht durch die Analogie verleiten lassen,