Buch 
Die Lehre von der Cohäsion, umfassend die Elasticität der Gase, die Elasticität und Cohärenz der flüssigen und festen Körper und die Krystallkunde : nebst vielen neuen Tabellen über alle Theile der Cohäsionslehre, in's besondere über die Elasticität und die Festigkeit / von M.L. Frankenheim
Entstehung
Seite
107
JPEG-Download
 

Benetzte Körper, Dunst.

M7

überall diesen Ursprung vorauszusetzen. Denn sehr viele Theile desOrganismus sind aus einer gallertartigen Masse entstanden, unddiese wirkt nach ganz andren Gesetzen. Denn so stark auch der Zu-sammenhang zwischen den in der Linie oder in der Fläche nebeneinander gereihten flüssigen und festen Körpern ist; so fällt doch dieMasse ganz auseinander, sobald sie von allen Seiten mit Wasserumgeben ist. Ich werde auf die Gallerte später bei der Cohä-ren; der Festen zurückkommen.

§, 76. Mit den Seifenblasen hat man oft die Luftblasenvewcchsclt, welche sich aus reinem Wasser erheben. So langesich diese noch im Innern des Wassers befinden, haben siekeine eigenthümliche Wand, wenigstens keine, welche von derjeni-gen verschieden wäre, die nach Poissons Meinung jede Flüssigkeit anihre Grenze hat. Die Blase steigt, weil sie einen bedeutenden Wider-stand zu überwinden hat, nur mit einer geringen Beschleunigung auf.Kommt die Luft an die Wand des Gefäßes oder an einen andrenfesten Körper, so tritt zu diesem Widerstände noch die Reibung —nicht die Adhäsion der Lust zum Gefäße —; und ist die Lustkugelklein, so bleibt sie an der Wand hängen, bis sie sich endlich inFolge einer Erschütterung oder einer Vereinigung mit andren siluft-blasen ablöst. Je schwerer die Wand benetzt wird, je kleiner alsodie Prosaphie des flüssigen und festen Körpers ist, desto leichten hal-ten sich diese Blasen. Auch im Barometer hasten aus diesem G> undedie Luftbläschen so hartnäckig am Glase, selbst innerhalb des Quecksil-bers, und man entfernt sie leichter als vorhin, wenn man eine große Blasehinzusteigen läßt, welche die kleinen in sich aufnimmt, den Wider standdurchbricht und mit ihnen aufsteigt. An der Oberfläche der Flüssigkeitangelangt, hebt sie eine dünne Haut derselben empor, und diesehält sich eine kurze Zeit aus ähnlichen Gründen wie eine zw ischenzwei festen Körpern gespannte Wasserschicht; aber sie zerfällt bald,weil das Wasser abfließt und die etwas comprimirte Lust sich aus-zudehnen strebt.

Dunst.

§.77. Dunst und Dampf sind, wie die meisten Syno nyma,ursprünglich bloß provinciell verschiedene Ausdrücke für den selbenBegriff, nämlich für das Wasser, welches sichtbar oder unsichtbarin der Luft verbreitet ist. Als man diese beiden Zustände j u un-