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Cohärenz der Flüssigen, Gleichgewicht.
terscheiden anfing, nannte man den einen Dunst, den andrenDampf. Allein bald war es das sichtbare, bald das unsichtbareLustwaffer, welches man Dampf nannte. Der Sprachgebrauch istauch jetzt noch schwankend. Wir werden jedoch nach dem Beispieleder vornehmsten Physiker Deutschlands das gasförmige WasserDampf benennen. Hier beschäftigen wir uns nur mit demDunste.
Dieser bildet sich, wenn zwei mit Dampf gesättigte, oder ihrerSättigung nahe Luftmasscn von verschiedener Temperatur sich miteinander mischen, in's besondere über warmen leichten verdampfendenFlüssigkeiten. Er ist, als Ganzes betrachtet, in geringer Entfernungüber der Oberfläche am dichtesten und ist daselbst an Lage und Be-schaffenheit unverändert, so lange die Ursache der Bildung fort-dauert. Aber bei genauer Betrachtung zeigt es sich, daß er auseinzelnen Kügclchcn besteht, die zum Theil niedersteigen, größten-theils aber in die Höhe gehen und durch neugebildeten Dunst er-setzt werben. Das lange Verweilen der Dunftkügelchen in der Lusterregte schon im siebzehnten Jahrhunderte die Vermuthung, daß siehohl seien, und leichter als die Lust. Diese Ansicht, von Saus-sure und Deluc mit Eifer vertheidigt, ist seitdem herrschend ge-worden. Saussure schätzt den Durchmesser der größern Bläschen,die sich über Wasser bilden, auf 0,005—0,006 Millimeter. Jedochist die Mehrzahl viel kleiner. Ueber den Stoff, mit dem sie ge-füllt sind, und der sie zum Aufsteigen bringt, hat er sich, als um-sichtiger Naturforscher, nicht ausgesprochen. Späterhin nahm manan, sie seien mit Wärmestoff, mit Elektricität, mit Wasserdampf ge-füllt. Diese Annahmen verdienen in unsrer Zeit keine Widerle-gung. Sind es Blasen, so können sie, wenn sie in der Luft gebil-det sind, nur mit feuchter und etwas comprimirter Luft gefüllt sein.
§. 78. Aber ich kenne auch nicht eine einzige Hypothese überdie Entstehung von Bläschen in der Luft, und die Bedingungen, beiwelchen Seifenblasen oder Schaum entsteht, finden sich bei demDunste nicht vor. Auch ist ihre Eristcnz keineswegs erwiesen. Zwarsieht man deutlich Blasen in dem Dunste, wenn man mit einer Lupevon 25—40Millim. Brennweite in einer paffenden Lage auf den Dunstsieht, der aus heißem Kaffe, Dintenwasser u. dgl. aufsteigt, undbesonders leicht sieht man sie auf der Oberfläche des Wassers schwim-men. Diese Bläschen haben aber einen andre» Ursprung als die