ProSaphie, Schwimmen eines schwereren Körpers. 121
Voraussetzung hat mau auch die Gestalt der Wasserfläche be-rechnet.
§. 95. Allein diese Annahme kann nicht richtig sein. DasWasser hat auf Quecksilber und auf festen Metallen einen stum-pfen Winkel, und es kann keinen entscheidendenden Einfluß aufdie Größe des Winkels haben, ob das Metall auf dem Wasser oderdieses auf jenem liegt. Die mathematische Theorie hat also hiereine Lücke.
Es sei r>, die Synaphie des Wassers, c die des Quecksilbers,b die Prosaphie beider, so sind nach der gewöhnlichen Annähmedie Cosinus der Berührungswiukel rv,
2bl> — an . Lbd —co— _ und _;
na co
beide Werthe müßten einander gleich sein, also a e, was nicht
der Fall sein kann. In die vollständige Gleichung für den Win-kel müssen die Größen » und o, offenbar auf gleiche Weise ein-treten. Vielleicht folgendermaßen:
Oosii». vv —
4bl» — an — eo
na -s- eo
b kann daher nicht eben so von der Prosaphie abhängen, wie n vonSynaphie. (Siehe §. 16.)
Auch beruhet die Beobachtung, daß der Berührungswinkel beischwimmenden Metallen spitz sei, nur nuf Täuschung. Die Stelle,wo die Metalle liege», ist zwar vertieft, denn die Wassertheilchenwerden stärker gedrückt, als wenn bloß Wasser von gleichem Volu-men da wäre. Aber das Metall taucht so tief in's Wasser, daßdie Flüssigkeit immer noch einen stumpfen Winkel mit ihm macht.Besser als bei den immer nur kleinen Metallstücken sieht man die-ses bei Schwefel und Harz, die in großen Stücke» auf dem Was-ser schwimmen. Hier folgt das Wasser allen Unregelmäßigkeiten inder Gestalt des festen Körpers, um überall denselben Winkel damitzu machen; und dieser ist deutlich stumpf.
§. 96. Der Widerstand des Wassers gegen das Einsinken vonfesten Körpern bat auf die Vermuthung geführt, daß die Oberflächeeines Flüssigen den Charakter der Flüssigkeit ganz verloren habe undfest geworden sei. Man ist sogar so weit gegangen zu behaupten,daß der feste Körper sich von dem flüssigen nur dadurch unterscheide,daß er überall Oberfläche sei, während die flüssigen Theile sich