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Die Lehre von der Cohäsion, umfassend die Elasticität der Gase, die Elasticität und Cohärenz der flüssigen und festen Körper und die Krystallkunde : nebst vielen neuen Tabellen über alle Theile der Cohäsionslehre, in's besondere über die Elasticität und die Festigkeit / von M.L. Frankenheim
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124 Cohärenz der Flüssigen, Gleichgewicht.

floß es aus. In einem andren Versuche drang das Wasser nichtdurch ein rothglüheudes Metall, in dem eine Oeffuuug von etwa3 Millim. Weite gebohrt war. Wie die alten Physiker das Auf-steigen einer Flüssigkeit in Haarröhren durch eine Anziehungskrafterklärten, welche sich vom Glase aus mindestens in eine dem Ra-dius der Röhre gleichen Entfernung erstrecke, so meinte Perkins,daß das glühende Metall eine Abstoßungskraft auf das Wasser äu-ßere, die mindestens 1,5 Millim. weit geht. Diese Erklärung wirdkein Physiker annehmen.

Von der Richtigkeit der Beobachtung kann man sich leichtüberzeugen, wenn man ein kleines Loch in ein Metallblech bohrt.Zwar möchte es auf diesem Wege nicht gelingen, das Quecksilbervon einer Oeffuuug von 3 Millim. zurückzuhalten. Aber Perkinsstellte seine Beobachtungen auch nicht mit einem dünnen Bleche an,sondern mit der dicken Wand seiner Hochdruckkessel, also in einemKanale, dessen Länge wahrscheinlich 70—80 Millimeter betrug.

§. 102. Perkins Beobachtung erregte ein großes Interesse,weil sie eine der wichtigsten technischen Fragen betraf, nämlich daSZerspringen der Dampfkessel, dem man vergebens durcheine gute Einrichtung der Ventile vorzubeugen gesucht hätte. Mannimmt jetzt gewöhnlich an, daß daS Wasser sich vom Kessel, deraus Mangel au hinreichendem Wasser zu stark erhitzt sei, zurück-ziehe und eine weit niedrigere Temperatur habe, als gewöhnlich.Die sehr geringe Thätigkeit mebrerer Maschinen kurz vor dem Zer-springen schien diese Ansicht zu bestätigen. Sobald aber der Kesseletwa durch Oeffnen eines Ventils oder durch Einfüllen von Wasseretwas abgekühlt wird, so komme das Wasser, wie in dem kleinen lei-dcnfrostschen Versuche, plötzlich mit dem heißen Metall in Berüh-rung und es bilde sich eine große Menge Dampf von hoher Elasti-cität, welche den Kessel zersprenge. Dieses ist auch gewißder Fall. Aber die Ursache des Zerspringens liegt nicht in derhohen Temperatur und der entsprechenden Elasticität des Dampfes,als vielmehr in dem Stoße, der sich durch die Entwickelung er-zeugt. Die dicke Metallwand kann einen sehr großen Druckertragen, aber sobald das Wasser mit dem glühenden Metalle inBerührung kommt, entwickelt sich der Dampf mit Explosion, unddie Theile haben neben ihrer Elasticität ein so beträchtliches Bewe-gnngsmomcnt, daß sie große Hindernisse überwinden können. Er-