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Die Lehre von der Cohäsion, umfassend die Elasticität der Gase, die Elasticität und Cohärenz der flüssigen und festen Körper und die Krystallkunde : nebst vielen neuen Tabellen über alle Theile der Cohäsionslehre, in's besondere über die Elasticität und die Festigkeit / von M.L. Frankenheim
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Verbreitung der Flüssigen, Tropfenbildung. 137

leichteren Stoffe besteht als die Schicht. Ist der Unterschied derGewichte nicht zu groß, so kann ein schwererer Tropfen selbst vonbeträchtlicher Größe schwimmend erhalten werden, und zwar um soleichter, je größer seine Ausbreitung ist.

§. 118. Flüssigkeiten, welche eine physische Verbindungmit einander eingehen, verhalten sich gegen einander auf eine, zwi-schen derjenigen der homogenen und der heterogenen Körper stehende Art.Selten geht jedoch die Verbindung so schnell von Statten, daßman nicht vorher die von der Tropfenbildung abhängigen Erschei-nungen wahrnehmen könnte. So verbreitet sich der Alkohol anfdem Wasser, ehe er sich mit ihm verbindet, und die starke Ausbrei-tung eines Tropfens von Acther oder ätherischem Oele auf Wasserwird von ihrer Auslöslichkcit gar nicht gestört.

Auf eine ähnliche Weise wirkt der chemische Proceß. Nurwo er sehr kräftig ist, wie zwischen Säuren und Alkalien, wird dieVerbindung ganz verhindert, aber auf Quecksilber bewegen sich dieSäuren so stark wie Oele, ehe sie chemisch wirken, und selbst dieso leicht zcrsetzbare Arsenikbutter hat sich schon aus Wasser undQuecksilber verbreitet, ehe sie zerstört wird.

§. 119. Die Dcle verändern sich größtentheils an der Luft.Sie nehmen Sauerstoff auf, und verlieren ihre Beweglichkeit. DerLuft in größeren Massen ausgesetzt, verlangt diese Umwandlungeine geraume Zeit, aber durch die große Ausbreitung auf der Ober-fläche der untern Schicht wird sie sehr beschleunigt. Kaum habensich die Oele ausgebreitet, so ziehen sie sich schon zusammen, baldin Tropfen, die einzeln oder durch Oelfäden verbunden, auf deruntern Schicht schwimmen, bald in ein Netzwerk, dessen Maschenaus Gasblasen bestehen. Jedes Oel zeigt in diesen Gebilden etwaseigenthümliches. In allen Fällen scheint aber eine dünne Haut zu-rückzubleiben, die zuweilen noch Lurch ihreFärbung kenntlich ist, zu-weilen aber selbst für die ersten Glieder der newtonischen Farben-reihe zu dünn ist, aber ihr Dasein und eine von der des Oels ver-schiedene Beschaffenheit dadurch anzeigt, daß ein neuer Tropfen des-selben Oels sich gegen die Haut, wie einen hererogenen Körper ver-hält, und sich nur sehr wenig oder gar nicht auf ihr verbreitet.Eine solche dünne Haut bildet sich auf dem Quecksilber auch durchAether und bleibt ungeachtet seiner großen Flüchtigkeit noch Tagelang kenntlich. Diese Schichten sind vielleicht ein Product der Zer-