139 Eohärenz der Flüssigen, Gleichgewicht.
setzung des Aethers, welche auf eine der Wirkung des Platins aufAether- und andere Dämpfe ähnliche Weise eingeleitet sein kann.
§. 120. Die Flüchtigkeit des Stoffes trägt viel zu Abfla-chung des Tropfens bei und zwar auf doppelte Weise. Erstlichindem sich die Flüssigkeit von der Mitte nach dem durch Verdam-pfung trockener werdenden Rande begicbt. Hierdurch behält derTropfen zwar seine Basis, wird aber stark erniedrigt. Man sieht diesessehr deutlich bei Wasser- oder Weingeifttropfen auf Glas oder aufporösen Stoffen. Ein Minimum von einem nicht flüchtigen Be-standtheile häuft sich weit stärker an dem Umfange des Tropfensals iri der Mitte an, und bleibt nach gänzlicher Verdampfung derFlüssigkeit zuweilen als ein schwach gefärbter Ring zurück.
Zweitens vermindert die Flüchtigkeit einen Proceß, von demich in dem folgenden Abschnitte sprechen werde, nämlich die Präci-pitation eines Dampfes ehe er noch daS Maximum seiner Elastici-tät erreicht hat. So wird das Quecksilber den Dunst von Aetherniederschlagen und dadurch zur Aufnahme von flüssigem Aether ge-eigneter werden. Bei sehr stark verdampfenden Körpern, wie Ae-ther, Ammoniak, Salzsäure, setzt sich der Dampf als eine dünneHaut sogar dann schon auf der Oberfläche des Quecksilbers ab,wenn auch die Flüssigkeit das Metall gar nicht berührt hat.
§. 121. Eine höhere Temperatur beschleunigt in der Re-gel die chemischen Processe, erleichtert die physischen Verbindungen,vermehrt die Flüchtigkeit und modificirt auch die Cohäsion unmit-telbar. Ihre vornehmste Einwirkung auf die Bildung der Tropfenscheint aber in einer Verminderung der Hindernisse zu liegen, wel-che die Verbreitung deS Tropfens verzögern. (Siehe unten Co-härenz der Flüssigen, Bewegung.) Es ist daher wahr-scheinlich und wird anch durch einige Beobachtungen bestätigt, daßeine höhere Temperatur die Verbreitung befördert, wenn sie auchauf die Höhe des normalen Tropfens nur einen untergeordnetenEinfluß hat. Daß diese Beschleunigung nur bis zu einer gewissenGrenze stattfinden kann, geht aus dem leidenfrostischen Versuche(§. 103.) hervor.
§. 122. Eine merkwürdige Analogie mit den flüssigen Kör-pern, die sich auf der Oberfläche von Quecksilber, Wasser u. s. w.verbreiten, bietet sich bei mehreren festen Körpern dar. Ein Tro-pfen flüssiges Del bewegt sich sehr leicht auf Wasser und läßt dann