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Die Lehre von der Cohäsion, umfassend die Elasticität der Gase, die Elasticität und Cohärenz der flüssigen und festen Körper und die Krystallkunde : nebst vielen neuen Tabellen über alle Theile der Cohäsionslehre, in's besondere über die Elasticität und die Festigkeit / von M.L. Frankenheim
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145
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Ausbreitung deS Flüssige», Sieden. 145

In der Entwickelung von Dampfblasen an der gemeinschaftli-chen Oberfläche der Flüssigkeit und des Gefäßes besteht das Sie-den. Der Dampf hat aber hier außer der Kraft, mit der die Luftund die flüssige Masse drücken, auch noch die Adhäsion zwischen derFlüssigkeit und dem Gefäße zu überwinden. Die Elasticität, die erbei dem normalen Siedepunkt besitzt, reicht also zu seiner Bildungnicht hin; die Temperatur muß steigen und ihre Differenz von demnormalen Sicdpuncte um so stärker sein, je größer die Adhäsion ist.Bringt man in den Aether kleine spitze oder runde Körper, dietrocken sind, so hat der Aether an ihnen keine Adhäsion zu über-winden, und es entwickeln sich Blasen. Dieses dauert so lange fort,als die Theilchen sich nicht mit dem Aether vollkommen benetzt ha-ben. Sobald dieses geschehen ist, hört die Wirkung auf. Auch ha-ben vor der Erwärmung hineingebrachte Körper keinen merklichenEinfluß auf den Siedpunct. Bei Metallen ist die Differenz klei-ner. Ob dieses von einer geringern Prosaphie der Flüssigkeitengegen Metalle als gegen Glas herrührt, läßt sich, da alle Versuchehierüber fehlen, nicht entscheiden. Daß die Tropfen sich schnellerauf Wasser als auf Quecksilber bewegen, scheint zwar dafür zu spre-chen, ist jedoch, da das Quecksilber auch weit schwerer ist als Was-ser, nicht entscheidend. Vielleicht hat die größere Wärmelei-tung des Metalls die Wirkung, daß die damit in unmittelbarerBerührung stehenden flüssigen Theile sich erhitzen und den Dampfentwickeln. Rauh ist die Oberfläche der Metalle nicht mehr alsGlas und weniger als viele Porzellangefäße, welche das Siedeneben so gut verzögern, wie die glättern.

§. 132 . Desto genauer stimmt aber das Verhalten verschie-dener Flüssigkeiten mit unsrer Erklärung überein. Denn der Sied-punct wird um so höher gerückt, je stärker ihre Anzie-hung zum Glase, je schwächer ihre Synaphie ist. BeiWasser, das die größte Synaphie hat, ist der Unterschied am klein-sten. Bei Aether ist er am größten. Von diesem Grunde rührenauch die bedeutenden Verschiedenheiten her, welche einige mit dieserErscheinung unbekannte Chemiker in dem specifischen Gewichte vonAetherarten und Oelen gefunden haben, indem man bloß durch eineAbänderung des Gefäßes und der Flamme alle Temperaturen findenkann, die zwischen dem normalen Siedpuncte und dem durch dieAdhäsion erhöhten liegen. Je höher die Temperatur geworden ist.

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