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Die Lehre von der Cohäsion, umfassend die Elasticität der Gase, die Elasticität und Cohärenz der flüssigen und festen Körper und die Krystallkunde : nebst vielen neuen Tabellen über alle Theile der Cohäsionslehre, in's besondere über die Elasticität und die Festigkeit / von M.L. Frankenheim
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199
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Physische Verbindungen, zwei Flüssige. 109

übrig, und die Elasticität des Dampfes hängt bloß von der relati-ven Quantität des Wassers ab. Befindet sich in dem Raum? überder Auflösung ein Wasserdampf von einer höheren Elasticität, alsmr er : >u, so wird er insorbirt; ist er von einer geringeren Ela-sticität, so entwickelt sich Dampf, bis das Gleichgewicht herge-stellt ist. Dasselbe ist auch der Fall, wenn der Raum ganz dampf-frei ist oder sich nur einer der beiden Bestandtheile in flüssigem Zu-stande vorfindet, der andre aber den Raum als Dampf anfüllt, z.B. Schwefelsäurehydrat in einer ganz feuchten Luft, oder Wasserund Alkohol, die in einem Recipienten neben einander in getrenn-ten Gefäßen stehen.

§. 210. Verbinden sich die beiden Flüssigkeiten nicht in jedemVerhältnisse, so entstehen, wenn man sie zusammenbringt, gewöhnlichzwei scharf von einander getrennte Verbindungen von verschiedenerZusammensetzung; oben die specifisch leichtere, welche etwas von derschwereren enthält, un ten die schwerere, welche etwas von der leichterenaufgelöst enthält. Dieses ist z. B. der Fall bei Wasser und Aether,Wasser und Kreosot und vermuthlich auch Wasser mit allen ätheri-sche» Oelen, die etwas Wasser auflösen und sich wiederum in ge-ringer Quantität mit Wasser mischen lassen. Ferner bei Metallen,z. B. Blei und Zink, die zusammengeschmolzen, oben aus einerZinkschicht mit einigen Proccnten Blei, unten aus einer Bleischicht miteinigen Procenteu Zink bestehen. Vermuthlich ist dieses bei allenMetallegirnngen der Fall, auch bei Verbindungen von Eisen mitKohle und es ist die Hanptursache von der Ungleichförmigkeit in dengegossenen Bronzen, Gußeisen und andren Legirungen.

Kann 1 Theil des einen Bestandtheils höchstens p Theile desandren auflösen, und 1 Theil des letzten g von dem ersten, sokönnen sich beide in jedem Verhältnisse verbinden, wenn z>g ^ 1ober größer ist wie 1. Dieses ist in höheren Temperaturen, wo dieAuflösbarbarkeit zuzunehmen pflegt, häufiger der Fall als in ge-wöhnlicher. Eupion z. B. und Kreosot theilen sich bei 0" in zweiSchichten. Bei 22" vermischen sie sich in jedem Verhältnisse. Ver-muthlich giebt es bei jeder physischen Auflösung eine Temperatur,bei welcher die partielle Mischung in eine totale übergeht. Manhat sie aber bis jetzt noch nirgends beobachtet, wie es überhauptüber diese Art von Auflösungen nur wenige und zerstreute Beob-achtungen giebt, obgleich sie ganz gewöhnlich sind, und es sehr wichtig