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Die Lehre von der Cohäsion, umfassend die Elasticität der Gase, die Elasticität und Cohärenz der flüssigen und festen Körper und die Krystallkunde : nebst vielen neuen Tabellen über alle Theile der Cohäsionslehre, in's besondere über die Elasticität und die Festigkeit / von M.L. Frankenheim
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Cohärenz der Flüssigen, Bewegung.

Flüssigkeit an der Flache eines festen Körpers vermindern, wir-ken in einem noch stärker» Grade in Röhren, die von der be-wegten Flüssigkeit ganz ausgefüllt werden. Sie beschränken ihreWirkung nicht auf die der Wand anliegende Schicht, sondern theilsdurch die Synaphie, theils durch die wellenförmigen Bewegungen,im Innern der Flüssigkeit, wodurch stets andre Theile an die Wänderücken, verbreitet sich die Verzögerung über die ganze Masse derFlüssigkeit, so daß die Geschwindigkeit von der Achse der Röhre annach der Wand hin allmälig abnimmt.

Die Wände wirken auf zwiefache Weise hemmend ein, erstlichmechanisch durch ihre Unebenheit und zweitens cohäsiv durchdie Adhäsion. Jene wird um so schwächer einwirken, je glätterdas Innere der Röhren ist. Diese scheint mit der Vollkomenheitder Berührung des flüssigen uud festen Körpers zunehmen zu müs-sen. Beide sind daher von der Benetzung abhängig.

§. 267. Wenn die Wand der Röhre von der Flüssigkeit nichtbenetzt wird, so dringt sie in die Unebenheiten gar nicht einundder mechanische Theil der Reibung, welcher bei den festen Körpernvon gewöhnlicher Beschaffenheit die Hauptursache der Reibung ist,fällt größtentheils weg. Die aus der Prosaphie an den Wändenentspringende Reibung ist aber, wie man an der leichten Beweglichkeitvon nicht netzenden Flüssigkeiten (siehe §. 81) erfahren kann,ebenfalls nur schwach gegen die Synaphie der Flüssigkeit, und diesegleitet über die Wand mit einer geringen Hemmung hin. DieGröße dieser Reibung zu berechnen, hat weder die Rechnung nochdie Beobachtrng Data genug an die Hand gegeben. Aber ausübereinstimmenden Versuchen, die Buat und Girard in Röhrenvon etwa 2 Millimeter Weite und ich selbst in Röhren 0,1 — 0,4Millim. angestellt haben, hat Quecksilber, das durch enge Röhrenfließt, eine mehrfach größere Geschwindigkeit als Wasser, das dochunter den übrigen Flüssigkeiten fast den schnellsten Ausfluß hat.

§. 228. Bei den benetzenden Flüssigkeiten folgt die Bewe-gung ganz andren Gesetzen. Die Unebenheiten der Röhrenwändewerden ausgefüllt uud die Flüssigkeit hastet an ihnen mit solcher Stärke,daß sie, wie man aus andren Erfahrungen weiß, einer bewegendenKraft vdn beträchtlicher Intensität widerstehen kann. Sie ist daherbeinahe iu Ruhe und neutralisirt den Einfluß, den die Unebenhei-ten der Röhren und ihre Substanz auf die Bewegung äußern könn-