2W Cohärenz der Flüssigen, Bewegung.
Querschnitte ab, oder der nachtheilige Einfluß der Verengerung istLoch viel kleiner als bei der hydrostatischen Bewegung. Bei Kanä-len von großer Weite überwiegt daher die hydrostatische Be-wegung; und obgleich nach mehreren Beobachtungen an Haar-röhren schon hier eine von der Diffuston abhängige Entmischung derFlüssigkeiten statt zu finden scheint, so ist hoch die Wirkung derDiffusion kaum merklich gegen die hydrostatische. Je enger der Ka-nal wird, desto kräftiger wird verhältnißmäßig die Diffusion. DurchSpalten im Glase, die eine Flüssigkeit nur mit einiger Gewalt durch-strömt, geht die Diffusion schon deutlicher von Statten, sie nimmt zubei ganz engen Spalten von mikroskopischer Weite und bei den selbstunter dem Mikroskope unsichtbaren Poren in gebranntem Gyps,Schiefer, organischen Membranen, wo die Kanäle sehr eng sind,aber die Summe der Querschnitte sehr beträchtlich ist, nimmt mandie Diffusion fast allein wahr. Zwei Flüssigkeitsmassen von gleicherBeschaffenheit, aber ungleicher Höhe, behalten, wenn kein sehr star-ker Druck statt findet, viele Stunden lang ihre Stellung byi, alswären sie durch eine undurchdringliche Wand geschieden; währendheterogene Flüssigkeiten schon nach wenigen Minuten sich auf einedeutliche Weise gemischt haben und dabei ganz ohne Rücksicht aufdas hydrostatische Gleichgewicht verfahren, das oft in sehr hohemGrade durch das Eindringen ciuerFlüssigkest in die andre gestört wird.
§. 251. Mai; beobachtet die Diffusion sehr deutlich, wennman eine Flüssigkeit in eine Röhre bringt, die unten mit einemGlasch das einen sehr schwachen Sprung hat, oder dem Gyps, oderder Membran geschlossen ist, und in ein weites Gefäß gestellt wird,in dem sich di'e zweite Flüssigkeit befindet. Das Steigen und Fal-len der Flüssigkeiten in den Röhren giebt einen Maßstab für dieStärke der aus der Diffusion entspringenden Strömung, die manvergrößern kann, wenn man die Röhre eng nimmt und unten, wosie mit dem Schiefer oder der Membran geschlossen wird, so sehyals möglich erweitert. Man mißt dabei zwar pur die Differenz derbeiden in dem festen Körper sich begegnenden Strömungen undkann die vollständige Veränderung, welche die Diffusion hervor-bringt, nur aus einer Analyse der beiden Flüssigkeiten erkennen^;aber die eine der beiden Bewegungen ist der andern gewöhnlich sosehr überlegen, daß man sich mit der Beobachtung der Niveau's be-gnügen kann.