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Elasticität der Festen.
Spannkraft bearbeiteter Stoffe.
§. 45. Bei den festen Körpern, die ihre Gestalt einer Er»starrung aus dem flüssigen oder gallertartigen Zustande ödeb demHammer verdanken, können sich nach verschiedenen Richtungenkeine constanten Unterschiede des Gefüges ausbilden, also auch inder Spannkraft nicht die großen Variationen entwickleN, welche sichbei den saftigen und ähnlichen Körpern vorfinden. Wenn man siejedoch zu Scheiben formt, so beobachtet man auch bei ihnen eineVerschiedenheit in der Tonhöhe und in den Klangfiguren. Sie hän-gen von zwei Ursachen ab, welche zwar dieselbe Wirkung hervor-bringen, aber in ihrem Wesen sehr verschieden sind- die eine ist dieTendenz zur Krystallisation, die andre besteht in den Veränderungen,welche durch die Bearbeitungsweise hervorgebracht werden.
Leicht schmelzbare, langsam erstarrende Stoffe, wie Schwefel,Zinn, Blei, Zink, zeigen größere Verschiedenheiten als Eisen, Kupfer,Silber. Sie gehen in dem Tone oft auf die Quinte, also in derSpannkraft mindestens auf das Doppelte. Legirungen oder Gemengedagegen, z. B. Glas, Messing oder Glockenmekall, Wo die Krystallesich weniger regelmäßig lagern können, als in chemisch einfachenStoffen, haben kleinere Unterschiede und zuweilen, wo daS Gefügtzwar sehr ungleichförmig ist, aber die Abweichungen nicht regelmäßigvertheilt sind, konnte Savart gar keinen Unterschied wahrnehmen,z. B. in dem Siegellack und dem Gyps, obgleich jenes ein ziemlichgrobes Gemenge voN Harzen und Farbstoffen, dieses ein sehrporöser Körper ist.
§. 46. Das Walzen und das Schmieden können die Spann-kraft etwas modificireN. Auch zeigen Lagerhjelms BeöbachtungeN,wo viele Stäbe auf verschiedenartige Weise untersucht wurden, ei-nige Spuren davon. Das Drehen und daS Schwingen, welchesbei ihm ebeüfalls von einer Torsion herrührte, gaben fast überalldieselben Werthe für die Spannkraft. Biegen und Dehnen warenin der Regel auch wenig von einander verschieden; aber die letztenunterscheiden sich gewöhnlich beträchtlich von den ersten. Bei demgewalzten Eisen waren sie um 0,03 — 0,04 im Logarithmus kleiner;bei dem geschmiedeten und gegärbten eben so viel größer. DurchWalzen wird die Spannkraft besonders bei der Dehnung ver-mindert.