Buch 
Die Lehre von der Cohäsion, umfassend die Elasticität der Gase, die Elasticität und Cohärenz der flüssigen und festen Körper und die Krystallkunde : nebst vielen neuen Tabellen über alle Theile der Cohäsionslehre, in's besondere über die Elasticität und die Festigkeit / von M.L. Frankenheim
Entstehung
Seite
272
JPEG-Download
 

27L

Elasticität der Festen.

keneisen und reinem Eisen, sondern eine chemische, freilich gewöhn-lich mit Kohle oder Eisen gemengte Verbindung von Kohle undEisen.

Man kann daher die Spannkraft ansehen als eine Eigenschaft,die den Körperteilen als solchen zukommt, unabhängig von dem Zu-stande, in welchen man sie durch die Bearbeitung versetzt hat, alseinen Charakter der Species, welcher verschiedene Körper ohneUebergänge von einander trennt, während die Cohärenz, die in ver-schiedenen Körpern stetige Variationen erleidet, als Charäkter derVarietät anzusehen ist.

§. 48. Der Einfluß der Temperatur auf die Spannkraftist schwer zu bestimmen, denn man müßte einen Stab von nichtganz kleiner Ausdehnung in einer gleichförmigen, höhern Tempera-tur erhalten. Tredgold erhitzte einmal einen Stab auf 100° 6.und bog ihn dadurch um 3,75 Millim. Auf 15° abgekühlt, warer nur um 3,50 Millim. gebogen, also Vis des Ganzen weniger.Die Spannkraft lvar also in der höhern Temperatur um so vielkleiner gewesen. Nach einer Bemerkung von Gough (N, Gehl.Journ. IX. x. 247) soll ein Riemen Kautschuk, der durch ein Ge-wicht gespannt ist, sich durch Erwärmung zusammenziehen, also anSpannkraft gewinnen. Dieses ist Nicht wahrscheinlich. Vermuthlichwird in höherer Temperatur die Spannkraft der festen Körper wiedie der Flüssigen etwas vermindert.

Vergleichung der Spannkräfte verschiedener Körper.

§. 49. Ich gebe nun einen Auszug aus der Tabelle der §§.28-38. für die wahrscheinlichen Spannkräfte det einzelnen Körper.Ich habe, um diese zu finden, nicht die arithmetischen Mittel ge-nommen. Dieses darf nur da geschehen, wo man keine Ursache hat,bei den Beobachtungen einen verschiedenen Grad von Genauigkeitvorauszusetzen, und wo die Fehlet iü Plus und Minus gleich wahr-scheinlich sind. Beides ist aber bei den Angaben der Tabelle nichtder Fall. Die Beobachtungen sind von sehr verschiedenem WertheUNd die Spannkraft kann viel leichter zu klein als zu groß gefun-den werden. Man wird nicht leicht eine vorübergehende Aenderungfür bleibend halten; aber man hat oft den entgegengesetzten Fehlerbegangen. Die Stangen waren ferner nicht immer genau prisma-tisch; in der Berechnung wurde aber immer der mittlere Um-