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Die Lehre von der Cohäsion, umfassend die Elasticität der Gase, die Elasticität und Cohärenz der flüssigen und festen Körper und die Krystallkunde : nebst vielen neuen Tabellen über alle Theile der Cohäsionslehre, in's besondere über die Elasticität und die Festigkeit / von M.L. Frankenheim
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Krystallknnde.

Spitze aller unorganischer Körper. Man staunte sie an, beschriebsie und als man die Thiere und Pflanzen wissenschaftlich zu betrach-ten anfing, suchte man auch sie zu ordnen und ihre eigenthümlichenFormen zu bestimmen. Bei vielen Krystallen, dem Quarz, Koch-salz, Granat, deren Formen an verschiedenen Fundorten sich fastgleich bleiben, war es leicht. Allein bei anderen stieß man aufSchwierigkeiten, die man zu überwinden nicht vermochte. Mehrereder gemeinsten Krystalle, besonders Baryt, Aragonit und Kalkspath,in ihren zahlreichen Gestalten, Schwefel- und Speerkies, die man che-misch und physisch für gleich halten mußte, schienen sich keinem Ge-setze zu fügen. Linne und Buffon, an die Beständigkeit derFormen in der organischen Welt gewöhnt, erklärten daher die Form derKrystalle für etwas zufälliges, und gaben den Versuch auf, sie nachihren Gestalten zu charakterisiren.

§. 2. Unter günstigeren Umständen beobachtete Rome del'Jsle. Er war durch keine Vergleichung mit den Thieren undPflanzen verwöhnt. Wo man plötzliche Sprünge in den Formenzu sehen glaubte, sah er die Ucbergänge. Er maß zuerst die Win-kel und erkannte ihre Identität selbst in denjenigen Krystallen, wel-che nach der Anzahl und Ausdehnung der Flächen von einander sehrverschieden waren. Jede Krystallart besitzt nach ihm gewisse, scharfbestimmte Neigungswinkel und die einzelnen Formen unterscheidensich nur in der Auswahl aus den möglichen Winkeln und Flächen.

§. 3. Dieses war ein Fortschritt. Rome zeigte, daß es einGesetz gebe. Allein dieses Gesetz zu finden, war Hauy vorbehal-ten, der sich dadurch zum Gründer der Krystallographie erhob.

Er entdeckte zuvörderst, daß in einer Krystallart bei allerMannigfaltigkeit der Gestalten die Durchgänge unverändert blei-ben. Zum Glück waren diese in den Körpern, welche die größtenSchwierigkeiten gemacht hatten, meistentheils recht kenntlich. Vonatomistischcn Grundsätzen ausgehend, nahm er ganz folgerecht an,daß die Durchgänge von der Gestalt der kleinsten Theile abhängenund ihren Oberflächen parallel seien. Aus den Durchgängen ließsich nun die Gestalt der kleinsten Theile ableiten. Diese nannte erdie Primärfvrm des Krystalles. In jeder Krystallart ist dieGröße und Gestalt der Theilchen constant; nur die Lagerung derTheilchen ist verschieden und bringt dadurch die mannigfaltigenFormen hervor, die aber ebenfalls von gewissen einfachen Gesetzen