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Krystallkunde.
der Zukunft erwarten, wenn Männer wie Mitscherlich, Savartund Neumann ihre experimentellen und theoretischen Arbeiten wei-ter fortgeführt haben werden.
Die chemische Untersuchung der Mineralien hielt mit Ent-wickelung der analytischen Chemie gleichen Schritt. Allein ein-seitig beschränkte man sich auf die natürlichen Krystalle und ver-schmähte lange Zeit die Hülfe, welche die Chemie durch ihren gro-ßen Reichthum an künstlichen Krystallen versprach. Der erste Ver-such der Krystallographie auf dem Gebiete der Chemie verbreiteteein ganz neues Licht. Durch seine Lehre von der Jsvmorphie hatMitscherlich einen eben so großen Fortschritt in dem physisch-chemischen Theile der Krystallkunde gemacht, als Hauy durch seineDecrescenzlehre in dem formellen Theile.
Daß ein Körper bei derselben chemischen Zusammensetzung ganzheterogene Formen annehmen kann, eine Beobachtung, welches einigeSchwankende in die Lehre von der Jsvmorphie zu bringen schien,findet in der Entdeckung der Zsomerie ihre Erklärung.
§. 6. In der Krystallkunde muß man zuerst den formellen Theilvon dem physikalischen absondern. Der erste kann ferner für sich oderin Beziehung auf die einzelnen Krystallarten betrachtet werden. Vondem rein physikalischen Theile muß man noch die Genesis derKrystalle trennen. Wir haben daher vier Abschnitte:
1) die Krystallographie,
2) die Charakteristik der Krystalle,
3) die Krystallophysik,
4) die Krystallogenie.
Der erste Abschnitt ist ein Theil der angewandten Mathema-tik rmd zwar ein sehr elementarer.
§. 7. Ich werde zunächst eine Uebersicht des rein Formel-len in der Krystallkunde geben und mich um so kürzer fassen ken-nen, weil dieserTheil als Hauptinhalt unsrer mineralogischen und kry-stallographischen Lehrbücher von andren mit großer Ausführlichkeitbehandelt ist. Auch habe ich ihn selbst von rein mathematischemStandpuncte aus an einem andren Orte betrachtet.