Buch 
Die Lehre von der Cohäsion, umfassend die Elasticität der Gase, die Elasticität und Cohärenz der flüssigen und festen Körper und die Krystallkunde : nebst vielen neuen Tabellen über alle Theile der Cohäsionslehre, in's besondere über die Elasticität und die Festigkeit / von M.L. Frankenheim
Entstehung
Seite
287
JPEG-Download
 

Krystallkunde.

formell gleich sind, vorkoumen oder vorzukommen schienen. Man istdaher noch weit entfernt, alle theoretisch möglichen Hemiedrien lindTetartoedrien bereits aufgefunden zu haben. Man kennt aus der Stereo-metrie dieKörper,welche Leg entil symmetrisch genannt hat. Sie sindeinander vollkommen ähnlich und gleich, allein sie können nicht so «ge-stellt werden, daß sie denselben Raum einnehmen. Dazu gehörenmit einigen Ausnahmen die Pyramiden und andere Körper, derenFlächen einander nicht parallel und gleich sind. Auch in der Krystallo-graphie können sie bei der Hcmiedrie mit geneigten Flächen vor-kommen. Man hätte alsdann zwei Krystallreihen, die in allen Thei-len mit einander übereinstimmten, aber doch im Ganzen verschiedenwären. Bis jetzt hat man diese Bildung bloß beim Quarze wahr-genommen und hier in beiden Formen, bald rechts, bald links ge-wendet. Vermuthlich wird man sie auch noch bei andren Körpernbeobachten.

§. 17. Das Dasein von Krystallreihen mit schiefwinkligen Ach-sen wird von einigen bezweifelt. Hauy, der unmittelbar von denDurchgängen ausgicng, hatte zwar schon Grundformen mit schlef-winkligm Achsen angenommen, allein ihre Zahl ist bei ihm weitkleiner, als derjenigen mit rechtwinkligen Achsen. Unter den secuin-dären Flächen finden sich immer einige, welche von der Rcchtwiuk-ligkeit nicht weit entfernt sind. Man durfte daher nur diese wäh-len, um überall beinahe rechtwinklige Achsen zu erlangen. Die Ver-schiedenheiten, welche sich in dem physischen Verhalten zweier Flä-chen fanden, die nach jener Voraussetzung symmetrisch sein sollten,konnte man durch eine Hemiedrie erkläre». Man ließ sich daherbewegen, bei allen Krystallen perpendiculäre Achsen anzunehmen,eine Ansicht, die durch die Regelmäßigkeit, die sich sonst in der Kry-stallographie findet, sehr unterstützt wurde. So lang man bloß Be-obachtungen mit dem Anlege-Goniometer hatte, wie die von Hauy,war diese Ansicht leicht zu vertheidigen. Denn die Beobachtungs-fehler waren zuweilen größer als die Abweichungen von der Rccht-winkligkcit Allein mit den genaueren Untersuchungen an dem Re-flexions-Goniometer war sie nicht zu vereinigen. Zuerst hat,wie ich glaube, Gustav Rose die Abweichung von der recht-winkligen Lage am Feldspath nachgewiesen. Durch Mohs, Hai-dinger, Kupffer, Breithaupt, ist es bei einer Menge von