Krystallkunde»
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men mit rechtwinkligen Achsen ist bloß noch das Grundverhältniß zubestimmen, in dem monoklinischen ist außerdem noch ein Winkel zurCharakteristik nothwendig; und in dem tetragvnalen und heragonalenbraucht man nur eine Angabe, um die Krystallreihe vollständig zucharakterisiern. Die Querachse wird dann immyr m 1 gesetzt.
Wenu man das Gruudverhältuiß, wie es für die Rechnungenbequemer ist, in Logarithmen angiebt, so braucht man nie über dievierte Decimalstclle hinauszugehen. 0,000t beträgt in der Tan-gente von 45" etwa 24 Secunden. Allein keine einzige Krystall-reihe ist auf die Minute zuverläßig. Sehr selten erreicht die Ge-nauigkeit 0,001, d. h. Tsi 2 Minuten, ja oft nur 0,01 oder gT 20Minuten.
§. 24. Die Ausbildung ist eine Beschränkung der Ratio-nalität. Von den möglichen Flächen kommen nur gewisse vor, unddiese in verschiedenen Graden der Ausdehnung und Häufigkeit.Hinge die Krystallisation bloß von den Grundformen ab, so wäredie Ausbildung ein nothwendiges Resultat derselben und ihre Ver-schiedenheit nur als Zufall anzusehen. Allein die Reduction aufperpendiculäre Achse» ist eiue künstliche Form, in welche sehr viel«artige Krystallreihen zusammengezogen sind. Man muß daher auchdie beobachteten Flächen nebst den vornehmsten Combinationen,d. h. den Flächen, mittheilen, welche gleichzeitig einen Krystall be-gränzen. In den Angaben der Krystallographien finden sich in bei-den Beziehungen noch viele Fehler. Hauy hat kein ReflexionS-Go-niometer angewendet, und eiue Täuschung war daher nicht zu ver-meiden. Bei andren, die mit bessern Instrumenten versehen waren,fehlte es nicht selten an Sorgfalt und an Kritik. Zeichnung undBeschreibung sind oft nicht zu vereinigen. Es ist daher, wonicht neue, zuverlässige Monographien vorliegen, in der Regel bes-ser, sich bei künstlichen Krystallen auf die von Mohs und Haidin-ger beobachteten Combinationen zu beschränken, obgleich sich auch inihre Beschreibungen, trotz aller Sorgfalt, viele Fehler eingeschlichenhaben.
§. 25. Unter den physischen Eigenschaften der Krystalle nimmtdie Structur den ersten Rang ein. Die Elasticität und die Cohärenzan sich haben für die Krystallkunde keine große Bedeutung, destowichtiger ist aber ihr Unterschied in verschiedenen Richtungen, unddiesen bezeichne ich durch Structur. Wäre diese genau bekannt.