Buch 
Die Lehre von der Cohäsion, umfassend die Elasticität der Gase, die Elasticität und Cohärenz der flüssigen und festen Körper und die Krystallkunde : nebst vielen neuen Tabellen über alle Theile der Cohäsionslehre, in's besondere über die Elasticität und die Festigkeit / von M.L. Frankenheim
Entstehung
Seite
307
JPEG-Download
 

Jsomorphie.

307

Ausbildung mit dem größten Coefficienten vorkommt Die größteDimension hat selten einen größern Coefficienten als 1, so daß diePrismen, welche die scharfe Kante des Hauptprisma's znschärfen,zuweilen viel stumpfer sind als das Hauptprisma selbst.

HI. Jsomorphie.

§. -16. In den einer Gattung ungehörigen Krystallreihen istdie Bildungskraft gleichartig, ja fast von gleicher Intensität; denn dieAbweichungen zwischen den Winkeln sind bei isomorphen Körpern nnbc-dentend gegen die Unterschiede zwischen verschiedenen Gattungen undfür die Beobachtung oft verschwindend. Sie mögen nun von dem Hinzu-treten einer neuen Kraft herrühren oder von einer Modifikation inder ursprünglichen Bildnngskraft selbst; man kann diese, wie es inder Mechanik oft geschieht, in zwei Theile zerlegen, den ersten Tbcil,der für alle Körper der Gattung gleich ist, den zweiten nach denSpecies verschieden. Dieser, der nur kleine Unterschiede in denWinkeln hervorbringt, wird sich auf einfachere Gesetze zurückführenlassen. Allein auch hierzu sind sehr genaue Beobachtungen nöthig.Bis jetzt hat man aber in der Krystallographie, wie in jeder erst be-ginnenden Naturwissenschaft, nur auf die Aehnlichkelt unter den iso-morphen, nicht auf ihre Verschiedenheit geachtet. Diese liegt ge-wöhnlich erst in der dritten Decimale von dem Logarithmus desGrundverhältnisses, wo eine Einheit etwa 1 Minuten im Winkelbeträgt, eine Größe, die nur in sehr wenigen Krystallreihen zuver-lässig ist. Nur bei wenigen Gattungen kann man sich daher aufdie Größe der krystaüographischen Unterschiede in den Gattungenverlassen.

Diese können nach zwei Seiten betrachtet werden: erstlichnach ihrem absoluten Werthe; zweitens nach dem Verhältnisse, inwelchem die verschiedenen Dimensionen sich ändern.

§. 47. Was die absoluten Größen der Variationen betrifft,so werden sie dem Anscheine nach um so größer, je größer dasGrundverhältniß selbst ist. Man findet nämlich bei Körpern, überderen Jsomorphie kein Zweifel herrscht, weit kleinere Differenzen,wenn das Grundverhältniß sich der Gleichheit nähert, als wenn zwi-schen den Werthen der Achsen eine große Verschiedenheit stattfindet.

§. 48. In der Reihenfolge der Krystallreihen einer Gattung

20 »