Elasticität, Schwingungen.
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b. Schwingungen von Krystallschciben.
§. 58. Wir besitzen nicht einen einzigen Versuch über dieWirkungen eines allseitig gleichen Druckes auf Krystalle. Nur überdie Schwingungen von Krystallscheiben haben wir einige Ver-suche von Savart. Er nahm sie rund, von gleichen Dimensionenund beobachtete ihre tiefsten Töne und die Kuoteuliuicn dabei. Erkonnte auch die Größe und Dicke der Platte» mit hinlänglicher Ge-nauigkeit messen und den Versuch so oft wiederholen, daß die Feh-ler einzelner Beobachtungen verschwinden; allein die Theorie kommthier der Beobachtung nicht zu Hülfe. Es ist bis jetzt unmöglich,aus diesen Schwingungen mit mathematischer Schärfe die Lage undGröße der Elasticitätsachsen in den Krystallen abzuleiten, obgleich sievielleicht schon durch eine einzige Beobachtung der Knoteulinien ge-geben werden. Man kann daher nur dadurch ein Resultat aus denAngaben von Savart erfahren, daß man seine Beobachtungen anKrystallen mit denen vergleicht, welche an andren besser bekanntenKörpern angestellt sind.
§. 59. Savart fand nämlich zuerst am Holze Anomalien,die bei gleichförmigeren Körpern im geringern Grade oder garnicht vorhanden sind. Erregt man in einer runden Scheibe vonGlas den tiefsten Ton, den sie hervorbringen kann, so ist die Kuo-tenfigur ein Kreuz von zwei rechtwinkligen Diametern, welche sym-metrisch um den unmittelbar erschütterten Ort liegen. Die Lagedes Kreuzes verändert sich daher mit dem erschütterten Orte, derTon aber bleibt derselbe. Sucht mau dagegen den tiefsten Toneiner runden Holzscheibe zu erlangen, so findet man abweichendeErscheinungen. Savart hatte sich durch die Schwingungen vonHolzstäben überzeugt, daß das Holz parallel der Achse des BaumeSdie stärkste Elasticität habe, und in der Richtung eines Radius dieschwächste. (Siehe Elasticität der Festen § 41.) Nahm man nunaus einem dicken Baume eine von der Achse des' Baumes mög-lichst weit entfernte Scheibe, so werden die Jahresringe beinahezu graden Linien, und man konnte annehmen, daß die Hauptrich-tungen der Elasticität in allen Theilen der Scheibe parallel undauf einander senkrecht seien. Solcher Scheiben hatte nun Savartmehrere, alle von gleichen Dimensionen, aber von verschiedenenRichtungen gegen die Achse des Baumes und die Tangente derJahresringe geschnitten.