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Die Lehre von der Cohäsion, umfassend die Elasticität der Gase, die Elasticität und Cohärenz der flüssigen und festen Körper und die Krystallkunde : nebst vielen neuen Tabellen über alle Theile der Cohäsionslehre, in's besondere über die Elasticität und die Festigkeit / von M.L. Frankenheim
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322
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Krystallophysik.

von der Elasticität deS Aethers ab, insofern sie in der Hauptachseein Maximum oder ein Minimum ist. In dem ersten Fale haben j

alle durch den Krystall gelegteEbenen dasselbe Minimum; in den zweiten ^

Falle dasselbe Maximum. Einer der beiden polarisirten Stralen hat daher jein von seiner Lage zum Krystall unabhängiges Brechungsverhältfiß. Nen- §nen wir diesen Stral 0 und den andren L, so findet folgendes Gcsetz statt: j

Wenn die Elasticität des Aethers in der Achse ein Maximum list, so ist 0 v, L! ^ Wenn die Elasticität des Aethersin der Achse ein Minimum ist, so ist 0 L L.

Die Krystalle erster Art heißen positiv, der andren negativ.

§. 69. Aus der Uebereinstimmung zwischen der Krrstallformund der Elasticität des Aethers geht hervor, daß dessen Verthei-lung nicht unabhängig ist von dem Gefüge des Krystalls und wahr- §scheinlich eine Functivn desselben ist. Wir können daher vom Ae-ther selbst ganz absehen und bloß das Verhältniß aufsuchen, inwelchem die Brechung des Lichtes zur Grundform steht. Dhne unsan diese bis jetzt unauflösliche Aufgabe zu wagen, können wir viel-leicht die speciellere Frage beantworten, in welchem Verhältniß dieGröße der Elasticität in Beziehung auf's Licht in den einachsi-gen Krystallen zu dem Grundverhältnisse und den Durchgängensteht. Wir wollen hier nicht näher in die Untersuchung eingehen.Allein aus den Beobachtungen über die Doppelbrechung scheint aller-dings hervorzugehen, daß in den optisch negativen Krystallen die 'Achse eine kleinere Cohäsion, in den optisch positiven Krystallen abereine größere Cohäsion habe, als der Querschnitt.

§. 70. Für die Richtigkeit der Ansicht, daß die Doppelbre-chung und Polarisation des Lichtes eine unmittelbare Functivn derCohäsion sei, sprechen auch die Versuche, welche Brewster an Glas,und andren Körpern angestellt hat. Er hatte sie durch mechanischeKräfte oder durch schnelle Abkühlung in einen Zustand versetzt, derzwar von der regelmäßigen Krystallisation noch weiter entfernt ist,als der gewöhnliche, allein weil auch in solchen Körpern die Cohäsionnicht nach allen Seiten gleich ist, ähnliche Wirkungen auf's Lichthervorbringt, wie ein Krystall. Wird ein Glaswürfel durch Tafeln,die zwei horizontale Flächen des Würfels bedecken, comprimirt, soverhält er sich zum Lichte, wie ein negativ einachsiger Krystall, undwenn in einem negativen Krystall die Achse durch den Druck ver-kürzt wird, so wird die Polarisation verstärkt fBrewster Ubllok-.