Cohärenz, Durchgänge.
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». Durchgänge.
§. 74. Die Durchgänge sind als charakteristische Merkmale derKrystalle vielfach beobachtet. Allein ihre Natur ist noch nicht genaubekannt. Daß sie die Richtungen der kleinsten Cvhärenz sind, istdie Meinung, welche sich zuerst darbietet und die überall angenom-men ist, wo nicht hypothetische Speculationen auf eine andere An-sicht geführt haben.
Indessen sind hier zwei Schwierigkeiten, welche sich zwar nir-gends aufgeführt finden, aber doch vielleicht, ohne daß man sichihrer bewußt war, auf die Vorstellung, die man sich von den Durch-gängen machte, Einfluß hatte. Die erste rührt von den Neben-durchgängen her, welche man in der Regel in den Abstumpfungender Ecken oder Kanten der Hauptdurchgänge beobachtet, also anOrten, wo man nicht Minima, sondern Maxima der Cohärenz er-warten sollte. Die zweite Schwierigkeit liegt in den plötzlichenSprüngen zwischen den Durchgängen. Man könnte glauben, daßz. B. im Anhydrit die Fläche flOO.t.lf in der Cohärenz der FlächeflOO.O.Of d. h. ftOOj sehr nahe stehen müsse, allein hier wird keineSpur eines Durchganges wahrgenommen, welcher sich dagegen, aberweit schwächer als auf ftOO), auf fOlOf und fOVIj, findet.
Absonderungsflächcn.
Z. 75. Man erklärte daher die Durchgänge für Ueberreste derFlächeubiidung und glaubte, daß sie diesem Umstände ihre geringeCohärenz verdanken, und daß man bei genauer Untersuchung jederKrystallfläche parallel einen Durchgang finden würde. Aber dieseMeinung führt leicht zu Irrthümern in der Bestimmung der Durch-gänge. Die Ueberreste der Flächenbildung sind nicht Durchgänge,sonder» Absonderungen. Wenn der Körper gleichmäßig wächst,die Materie ganz unverändert bleibt, so ist im Innern des Kör-pers keine Spur von seiner äußeren Begrenzung vorhanden. Alleinsobald Störung in seiner Bildung eintritt, und ehe die neue Schichtansetzt, die ältere, und wäre es auch nur durch eine streifendeWelle des Anflösungsmittels, etwas verändert wird; sobald derStoff etwa durch Beimischung einer geringen Menge eines isomor-phen Körpers eine Veränderung erleidet: so hört die innige Ver-bindung auf. Die heterogenen Theile haften nicht mit der Stärktder homogene» a» einander, und der Körper spaltet sich leichter i»