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Die Lehre von der Cohäsion, umfassend die Elasticität der Gase, die Elasticität und Cohärenz der flüssigen und festen Körper und die Krystallkunde : nebst vielen neuen Tabellen über alle Theile der Cohäsionslehre, in's besondere über die Elasticität und die Festigkeit / von M.L. Frankenheim
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Krystallophysik.

1 . Auf den Durchgängen ist die Harte am kleinsten.Die absolute Härte wird von den Mineralogen gewöhnlichauf der Fläche des leichtesten Durchganges beobachtet. Die mitt-lere Härte eines Krystalls ist also größer als diese, und wenn einKrystall zu einer möglichst gleichförmigen Masse geschmolzen wird, somuß seine Härte größer zu sein scheinen, als diejenige, welche ihm inden mineralogischen Handbüchern beigelegt wird.

2. Auf einer Fläche ist die Härte am kleinsten inderRichtung, welche perpendiculär aufder Kante steht,worin der beste der Seitendurchgänge die Flächeschneidet.

3. Auf einer Linie, die perpendiculär auf einerKante steht, in welcher ein Durchgang die Beobach-tungsfläche schneidet, ist die Härte kleiner, wenn mannach der stumpfen, als wenn man nach der spitzenKante zieht.

Diese Sätze sind paradox. Man hätte den kleinsten Wider-stand nicht auf den Durchgängen erwarten sollen, sondern auf Sei-tenflächen in den Richtungen, die dem Durchgänge parallel sind, weilman hier zwei Krystallflächen, welche den kleinsten Zusammenhanghaben, von einander zu trennen sucht. Sie finden jedoch in einergenauen Analyse der Beobachtungen ihre Erklärung. Da ich sie schonin der erwähnten Abhandlung gegeben habe und sie überdieß nichtschwer ist, so kann sie hier Übergängen werden *).

§. 94. Ich habe die Absicht, die Härte der künstlichen Kry-stalle mit einem genaueren Apparate zu untersuchen. So langeman die Elasticität nicht prüfen kann, ist kein Mittel geeigneter,das Gefüge der Krystalle kennen zu lehren, als die Härte. DieVergleichung der Härte verschiedener Flächen ist trüglich; alleinnicht im höheren Grade als die Vergleichung der Stärke von ver-schiedenen Darchgängen. Ueberdieß ist sie entbehrlich, indem dieVergleichung der verschiedenen Richtungen auf einer Fläche hin-reicht, um die Unterschiede der Cohärenz zu bestimmen. So we-nig man auch hoffen darf, auf diesem Wege, selbst mit den besten

-) Das Thatsächliche ist hier vollständiger als in der der lateinischen Ab-handlung. In der Uebersctzung, welche in Baumgartner's Zeitschrift ab-gedruckt ist, ist der Sinn an mehreren Orten ganz verfehlt.