Buch 
Die Lehre von der Cohäsion, umfassend die Elasticität der Gase, die Elasticität und Cohärenz der flüssigen und festen Körper und die Krystallkunde : nebst vielen neuen Tabellen über alle Theile der Cohäsionslehre, in's besondere über die Elasticität und die Festigkeit / von M.L. Frankenheim
Entstehung
Seite
339
JPEG-Download
 

Auflösungsmittel.

839

Apparaten, quantitativ genaue Bestimmungen der Cohärenz zu er-langen, so sönnen doch die Abstufungen der Härte so genau beob-achtet werden, daß man in Verbindung mit der Kenntniß, die manvon den krystallvgraphischen Dimensionen hat, allgemeine Gleichun-gen für die Cohärenz wird finden können.

Widerstand gegen Auflösungsmittel.

§. 95. Die Cohärenz zeigt sich nicht klotz in der Wirkungmechanischer Ursachen, sondern überall, wo irgend eine Kraft dieTheile eines Körpers vvu einander zu trennen sucht, also auch ge-gen physische und chemische Agentien. Zwar tritt hier die Co-härenz nicht so direkt auf, wie in der Härte; aber sie kaun die Auf-lösung verzögern, ja fast unmerklich machen.

Es giebt viele Beispiele, wo Körper, die chemisch einandergleich sind, z. B. kohlenhaltiges Eisen sich gegen Auflösungsmittelsehr ungleich verhalten. Das eine Stück enthält Poren, Sprünge.In diese dringt das Auflösungsmittel ein. Die Poren werden durchdie Kraft, womit dieses geschieht, noch mehr erweitert, der festeKörper kommt an sehr vielen Puncten mit dem Flüssigen in Be-rührung und er ist schnell verzehrt, während ein gleich schweres, inderselben Flüssigkeit befindliches Stück, das ohne Poren ist, demAuflösungsmittcl vielleicht nicht den hundertsten Theil der Oberflächedarbietet und ihm lange Zeit widersteht. Mit dem bloßen Augenimmt man die Poren freilich nicht wahr. Allein mit dem Mikro-skop sieht man sieht man sie bei durchsichtigen Körpern sehr oft,und daß Poren in sehr großer Menge in einem Körper sein können,ohne daß man sie selbst mit dem Mikroskope erkennt, zeigen unterandern die gebrannten Erden, welche mit kleinen Aenderungen desVolumenS eine große Menge Wassers verloren haben, besondersder gebrannte Gyps nach Graham's Versuchen.

§. 96. Hierher gehören auch die Versuche von Daniell.Er hatte beobachtet, daß einige nicht deutlich krystallisirte Körperder langsamen Wirkung eines Auflösnngsmittels ausgesetzt, ein kry-stallinisches Ansehen erlangten, und man schloß daraus, daß die FlüssigkeitdieDurchgänge bloß lege. Aehnliche Erscheinungen bietet dasMeteoreisen,das Metallmoor, das Fenstereis und bis zu einem gewissen Grade allekrystallisirte Körper dar. In allen diesen Fällen ist es aber die Textur al-lein, die bloß gelegt wird, indem das Auflösungsmittel in dieZwischen-

28 *