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Die Lehre von der Cohäsion, umfassend die Elasticität der Gase, die Elasticität und Cohärenz der flüssigen und festen Körper und die Krystallkunde : nebst vielen neuen Tabellen über alle Theile der Cohäsionslehre, in's besondere über die Elasticität und die Festigkeit / von M.L. Frankenheim
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Krystallophysik.

räume von Individuen eindringt, und diese, welche durch kleiner«Krystalle oder fremde Stoffe scheinbar verbunden waren, von ein-ander trennt. Sie sind kein Beispiel von einer ungleichförmigenWirkung des Auflösungsmittels nach verschiedenen Seiten des Kry-stalls ; denn niemals dringt die Flüssigkeit in das Innere eines Kry-stalls ein. Dieses wäre unmöglich, da alle einander parallele Flä-chen mit gleicher Stärke cohäriren, und die Flüssigkeit nirgends mitconcentrirterer Kraft wirkt. Ein Salpeterkrystall, der aus einem Ag-gregat von Fasern besteht, ist schnell zerstört. Ein Druse zerfälltbald in ihre einzelnen Krystalle; allein diese behalten ihre Gestaltlauge Zeit hindurch bei.

§. 97 . Ein Körper, der frei von Sprüngen ist, und äußernEinwirkungen überall mit gleicher Stärke widersteht, wird in eineFlüssigkeit, die ihn auf allen Seiten gleich umspült, seine Kantenund seine Ecken verlieren und sich immer mehr der Kugelformnähern.

Ein polycdrischcr Körper, dessen Oberfläche den zerstörendenEinflüssen überall gleich unterworfen wäre, aber nach verschiedenenSeiten mit ungleicher Stärke widerstünde, würde ebenfl.ächig bleiben,und in seinen Winkeln keine Veränderung erleiden. Aber seineGestalt würde sich verändern, indem er in den Richtungen derstärkeren Cohärenz an Dicke weniger verlieren würde als in andren.

In den Krystallen sind beide Ursachen vereinigt. Seine Kan-ten und Ecken werden immer etwas abgerundet, weil sie dem Auf-lösungsmittel am meisten ausgesetzt sind, und die verschiedenenKrystallflächen erleiden einen ungleichen Verlust. Die Gestalt dertheilweise aufgelösten Krystalle wird dadurch sehr unregelmäßig.

Ich habe vor mehreren Jahren viele Versuche in dieser Be-ziehung angestellt. Die Krystalle wurden frei in Flüssigkeiten vonverschiedener Concentration und Zusammensetzung gebracht. Die Kan-ten rundeten sich immer, aber zuweilen kaum merklich ab. Die Flächenblieben sehr selten eben, zuweilen wurden sie etwas conver, weitöfter wurden sie concav, und dieses wol so stark, daß die Kantenspitzer geworden zu sein schienen. Zuweilen wurde die Flächesattelförmig. Die Oktaeder des Flußspathes, die Würfel desKochsalzes, die Rhomboeder des Kalkspathes wurden immerconcav. In dem Cubo - Oktaeder des salpetersauren Stron-tians verhielten sich die beiden Flächengruppen ungleich, die einen