Buch 
Die Lehre von der Cohäsion, umfassend die Elasticität der Gase, die Elasticität und Cohärenz der flüssigen und festen Körper und die Krystallkunde : nebst vielen neuen Tabellen über alle Theile der Cohäsionslehre, in's besondere über die Elasticität und die Festigkeit / von M.L. Frankenheim
Entstehung
Seite
344
JPEG-Download
 

344 Krystallogenie.

sein, welche die Unterschiede unter den isomorphen Krystalle hervor-gebracht hätte?

Vierter Abschnitt.

Krystallogenie.

§. 103. Man könnte die Kraft, von welcher die Entstehungund die Vergrößerung der Krystalle abhängt, den Bildungstrieb deranorganischen Körper nennen, wenn man nicht mit diesem Aus-drucke ein Streben-nach einem gewissen Ziele zu bezeichnen pflegte.Ein solches existirt aber in der leblosen Natur nicht, so oft mansich desselben auch in der Physik und Chemie bedient. Jede Thä-tigkeit entspringt aus dem Mangel an Gleichgewicht in den aufden Körper wirkenden Kräften, und nicht eher tritt Ruhe ein, alsbis dieses Gleichgewicht erlangt ist. Dieses fehlt nun bei den flüs-sigen oder gasförmigen Körpern in dem Momente des Erstarrens,und wie ich später zeigen werde, auch bei den festen Körpern, dienicht normal krystallisirt sind (Siehe Cohärenz, Gefüge und In-nere Bewegung). Das Produkt der nun thätigen Kräfte will ichmit Krystallbildung und die Kräfte selbst durch Krystallisa-tionskraft bezeichnen.

I. Krystallbildung.

§. 103. Die Methoden, große und regelmäßige Krystalle zuerlangen, beruhen darauf, alles zu vermeiden, was eine Zersplitte-rung der krystallisirenden Substanz verursachen könnte.

Le Blan c Oiistalloteoimio ckouin. cke küxs. XXXI. 1787. p.2S und xxxm. p. 874. Sehr reichhaltig.

Lowitz Xov. Xctu kotrop. 1794. XI. p. 271.

Kirw an Tüouxkt« on Alaxuetism. 1796. Uebersetzung seinerWerke V. p. 869. Er und Lowitz machen die wichtige Beobach-tung, daß ein gleichartiger Krystall die Uebersättigung und die da-von abhängende tumultuarische Krystallbildung verhindert.

Beudant Xunul. Ob. kü. 1818. VIII. p. 5. Die Haupt-arbeit über die Krystallbildung. Es ist nur zu bedauern, daß dieVersuche zu einer Zeit angestellt wurden, als man über das Ver-hältniß der Bestandtheile znr Krystallform noch sehr unrichtige Vor-stellungen hatte.