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Wachsen eines Krystalls.
! Ven noch weniger symmetrischen Systemen sich vorfinden, ist die ab-solute Länge stets ungleich, aber auch hier scheint das Verhältnißfür alle Individuen einer Varietät ganz unabhängigvon ihrer absoluten Größe zu sein. Es hängt unstreitig^ von der Grundform ab, aber über die Art der Verbindung kannich mich jetzt noch nicht mit Gewißheit aussprechen.
§ Wenn der krystallisirende Stoff nicht gleichförmig zutreten
^ kann, so hört diese regelmäßige Fortbildung auf. DiejenigenFlächen, in deren Nähe die Flüssigkeit ihren höchsten Punct derSättigung hat und sich am schnellsten erneuern kann, wachsen amstärksten. Diese Nebenumftände überwiegen das oben angeführteGesetz des normalen Fortschreitens gewöhnlich so sehr, daß alle Körper jedebeliebige Form an nehmen können, die körnige, fasrige oder blättrige,welches Verhältniß auch ihre Dimensionen haben mögen (SieheC o h ä r e n z, Textur).
§. 107. Eine Abnormität andrer Art sind die Zellen undihr Gegensatz die Furchen. Bei jenen war die Vergrößerung andem Umfange überwiegend und die Mitte bleibt leer; bei diesenfehlt dagegen die krystallisirende Materie an dem Umfange, einigeKanten bleiben frei, und der Krystall erlangt ein treppenförmigeSAnsehen. Die Stufen sind hierbei bald so stark, daß man die bek-! den Flächen, aus welchen sie gebildet werden, leicht mit bloßem! Auge unterscheidet, bald so klein, daß man sie kaum mit dem Mi-
i kroskope erkennt, und viele mögen ganz unsichtbar sein. Bald las-
sen die Furchen so viel Raum zwischen sich, daß noch eine dritte,^ die Kanten der Stufen abstumpfende Fläche vorhanden ist; bald,
i und dieses ist das Gewöhnliche, existirt eine solche Fläche nicht, und
diejenige, welche man bei oberflächlicher Anschauung zu sehen glaubt,besteht aus zwei gegen einander geneigten bandförmigen Flächen.Auf diese Weise bilden sich bei dem Kochsalze und andren Krystallen! dieser Klasse aus den Würfeln dem Anscheine nach Oktaeder und
! aus den Oktaedern scheinbar Würfel. Die Prismafläche des
, Quarzes besteht oft nur aus Pyramideuflächen, indem die Streifen! so dicht an einander liegen, daß sie die Flächen der Prisma's ganzverdrängen. Aehnliche Beobachtungen kann man an natürlichen> und künstlichen Krystallen machen, und wenn man sich auf dasbloße Auge beschänkt, glaubt man sehr oft eine Fläche zu sehen,wo sich nur ein Aggregat von Kanten vorfindet.