Buch 
Die Lehre von der Cohäsion, umfassend die Elasticität der Gase, die Elasticität und Cohärenz der flüssigen und festen Körper und die Krystallkunde : nebst vielen neuen Tabellen über alle Theile der Cohäsionslehre, in's besondere über die Elasticität und die Festigkeit / von M.L. Frankenheim
Entstehung
Seite
355
JPEG-Download
 

Oberfläche der Krystalle. 325

Mehrzahl der Verbindungen lagen also Hauptdurchgänge der Krystalleauf einander.

Die Anzahl der Beispiele würde gewiß sehr vermehrt- werden,wenn man ein größeres Mineralienkabinett in dieser Beziehung stu-diren wollte. Auch die Anflöge, welche man so oft auf der Ober-fläche von Krystallen sieht, würden sich vielleicht grvßtentheils als re-gelmäßige Ablagerungen zeigen.

§. 116. Bei Afterbildungen sieht man ebenfalls, es mag vondem frühern Stoffe noch ein Theil vorhanden sein oder nicht, daßder neue Krystall sich regelmäßig gegen den frühern gelagert hat. Jaes scheint, daß dieses immer der Fall ist, wo der zweite Stoff denersten unmittelbar verdrängt.

Haidinger (Pogg. 1827. XI. p. 366) beobachtete Bleiglanz-würfel in der äußern Form von phosphorsaurem Blei, sodaß zwei Würfelflächcn den Seiten des sechsseitigen Prisma's undzwei den Endflächen parallel waren. Aehnliches hat man beiQuarz gefunden, den der Kalk spath zum Theil verdrängt hatte.

§. 117. Selbst auf unkrystallisirten Substanzen lagert sich einekrystallisirende Substanz nicht ganz willkürlich ab. Das Kochsalz legtsich immer mit einer Würfelfläche aus den Boden des Gefäßes; ebenso legen sich andere Krystalle mit einer für alle identischen Flächeauf den Boden auf, und nicht etwa wegen der Schwere; denn mit der-selben Fläche legen sie sich auch auf die Seitenwände des Gefäßes. Indem horizontalen Querschnitt sieht man jedoch nichts constantes,ihre Kanten nehmen jede Richtung an.

Bei Asterformen, z. B. den Versteinerungen der Conchylien,scheint auch hierin ein gewisses Gesetz statt zu finden. Der kohlen-saure Kalk z. B. legt sich, nach Heffel's Beobachtungen, in den Ver-steinerungen der Encriniten in einer zu ihren Gliedern constanteuLage an.

Oberfläche der Krystalle.

§. 118. .Bei der Oberfläche der Krystalle sind 3 Umstände zuberücksichtigen, das krystallographische Zeichen der Flächen, ihreGröße und ihre Glätte. Von den beiden letzten habe ich bereitsgesprochen. Sie sind ganz äußerliche, von zufälligen Umständen ab-hängige Erscheinungen und ändern sich mit dem Wachsen des In-dividuums.

L3 «