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Die Lehre von der Cohäsion, umfassend die Elasticität der Gase, die Elasticität und Cohärenz der flüssigen und festen Körper und die Krystallkunde : nebst vielen neuen Tabellen über alle Theile der Cohäsionslehre, in's besondere über die Elasticität und die Festigkeit / von M.L. Frankenheim
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356
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Krystallogetn'e.

Die Flächen dagegen bleiben constant. So wie sie im Krystallsind, der aus Mangel an Material nicht mehr wächst, so waren sieauch, als er durch ein starkes Mikroskop eben sichtbar wurde, mitderselben relativen Größe (§. 106). Sie sind also von all' denUmständen, welche auf die absolute Größe des Krystalles einwirken,unabhängig.

§. 119. Ueber die Ursachen, welche das Erscheinet! dieser oderjener Fläche aus der Krystallrcihe bestimmen, haben schon Le Blanc,und später Beudant in ihren oben (§. 103) citirten Abhandlun-gen viele Versuche angestellt, aus denen man den Schluß zog, daßdie Nebenflächeu von der Temperatur, der Concentration der Auf-lösung, der Beschaffenheit der Gefäße, der Beimengung fremderStoffe u. a. m. herrühren. Der Umfang der Ursachen ist so weitgezogen, daß wir damit in unsren Kenntnissen wenig gewinnen kön-nen. Daß aber der Grad der Concentration unmittelbar ganz ohneEinfluß ist, davon habe ich mich d^>.ch Versuche mit dem Mikro-skope überzeugt. Durch eine Abänderung in der Geschwindigkeitder Krystallisation wird zwar die Größe der Krystalle verändert,sie werden mehr oder weniger regelmäßig und glatt, und insofern dieStreifung scheinbar neue Flächen erzeugt, z. B. aus dem Würfelein Oktaeder macht, kann man auch die Nebenflächen von derGeschwindigkeit der Ablagerung abhängig glauben. Aber dieses istnur Täuschung. Eben so wenig wirkt die Temperatur.

Was nun eine Beimengung fremder Körper betrifft, so hältman diese für die Hauptursache der Verschiedenheit der Nebenflä-chcn und mehrere Beobachtungen scheinen dafür zu sprechen. Wennsie aber in der That den Einfluß hätte, den man ihr zuschreibt,sollte man nicht erwarten, -aß von den vielen in einer Krystallreihemöglichen Combinationen die eine Species einer Gattung diese, dieandre Species jene Combination vorziehen werde? Etwa der Kalk-spat!, das erste Rhomboeder, der Talkspath das zweite, der Eisen-spath das sechsseitige Prisma u. s. f. Aber von einer solchen Der-theilung der Combinationen findet sich keine Spur, und die Gleich-heit der Formen erstreckt sich bei den isomorphen Krystallen auchauf die Combinationen. Auch nimmt man z. B. bei dem Kalkspathselbst nie Spuren von Beziehungen zwischen einigen Nebenformenund einer chemischen Beimischung wahr.

Dagegen sah ich oft sehr verschiedene Krystallformen und Ag'