Buch 
Die Lehre von der Cohäsion, umfassend die Elasticität der Gase, die Elasticität und Cohärenz der flüssigen und festen Körper und die Krystallkunde : nebst vielen neuen Tabellen über alle Theile der Cohäsionslehre, in's besondere über die Elasticität und die Festigkeit / von M.L. Frankenheim
Entstehung
Seite
370
JPEG-Download
 

370

Cohärenz der Festen, Gefüge.

biegen, wie in Fresnel's Versuche die beiden Gypsblättchen (Kry-stallkunde §. 65). Bei dem sehr häufigen Vorkommen solcher Com-binationen und der seit Der Bildung der Krystalle oft sehr verän-derten Temperatur müssen viele Krystalle, wenn sie spröde sind, zer-brechen, und wenn elastisch biegsam, abnorm geworden sein. Woman diese Ursache mit Bestimmtheit voraussetzen darf, kann mandie Biegung benutzen, um in Verbindung mit andren Jndiciendie bei der Bildung statt gefundene Temperatur zu schätzen.

In allen diesen Fällen kehrt der Krystall in seine normale Lagezurück, sobald die fremde Kraft entfernt, die Temperatur der Bil-dung wieder hergestellt ist.

§. 13. Bleibender als in dem vollendeten Krystall ist die Bie-gung da, wo sie schon während der Bildung entstanden war. Wennein Blättchen oder eine Faser sich durch irgend eine Ursache ge-krümmt hat, so behält sie diese Krümmung bei, wenn sie in derLösung fortwächst und zu einer dicken Platte oder einer Säule wird.Die Ursachen sind hier:

1. Die Schwere oder eine andre der in dem vorhergehenden §.genannten Kräfte.

L. Die Isomorphst, wenn die Substanz sich allmälig in eineandere, von etwas abweichenden Winkeln verwandelt. Denn es istunmöglich, daß ein Kalkspath-Krystall in einen um 2" stumpferenEisenspathkryftall übergehe, ohne sich auch in den Winkeln allmäligzu verändern, was hier unfehlbar eine Krümmung herbeiführen wird.

Man hat dieser Vorbildung bisher wenig Aufmerksamkeit ge-schenkt, und oft mit den äußerlichen, wo bloß die Oberfläche abge-ändert, die Structur aber unangetastet g blieben ist, oder mit denen,wo der Krystall wie ein Gypsblättchen durch Spalten oder wie eingeschmeidiger Körper gebogen ist, verwechselt. Diese müssen strengvon den Abnormitäten unterschieden werden, wo der Krystall imInnern eben so stetig ist, wie ein dünnes Glimmcrblättchen, dasman für den Augenblick in der Hand gebogen hat. Man hat dieganz auffallenden Abweichungen nur beiläufig als Monstrositäten er-wähnt und diejenigen Krystalls, welche dem Auge nichts auffallendesdarbieten, aber dennoch nicht znr Messung taugten, nicht weiter be-rücksichtigt. Die Beispiele der Abnormität in Krystallen sind dahernoch wenig zahlreich. Man weiß nicht, welche Flächen concav,welche convex werden, und ob hierbei eine Beziehung zur Cohäsivn