Beobachtungen, abnorme, amorphe Körper.
371
statt findet. Man wird vielleicht an diesen pathologischen Erschei-nungen der Krystalle die Gesetze des normalen Zustandes studirenkönnen.
e. Abnormität amorpher Körper.
§. 14. Genauer als bei den Krystallen, deren Gestalten wirnicht in unserer Gewalt haben, und wo die regelmäßigen Unter-! schiede der Struktur die kleinern Anomalien verbergen, kann man> die Erscheinungen der Abnormität am Glase und andern erstarrten, Gallerten beobachten. Das gewöhnliche Glas, das langsam gekühlt,jedoch von der krystallinischen Bildung, welche allzu langsames Ab-l kühlen hervorbringt, frei ist, erscheint gegen alle, §. H angeführtenI Reagentien, wie ein normaler, stetiger Körper, der sich von den! Krystallen dadurch unterscheidet, Laß die Cohäsionskräfte eines« Punctes nach allen Richtungen gleich sind, in einer Kugel also sichi alle Durchmesser vollkommen gleich verhalten- Jede Abweichung^ von der Gleichförmigkeit kann durch die Modificativnen, die sie in dem^ polarisi-te» Lichte hervorbringt, leicht beobachtet werden.
K Die Farben, welche eine gekrümmte oder transversal schwin»j gcnde Glasplatte in einem auf die gewöhnliche Weise eingerichte-ten Polarisationsapparate zeigt, sind denen, die durch Krystall-t blättchen entstehen, sehr ähnlich und combiniren sich mit ihnen, wiel die Farben mehrerer Krystallbiättchen unter einander. Aehnliche Far-i ben entstehen, wenn ein Glasstück durch zwei Schrauben compri-H mirt ist, und die Wirkung einer der Richtung des Druckes parallc-! len Linie im Glase ist derjenigen, welche eine darauf senkrechte undj also dilatirte Linie hervorbringt, entgegengesetzt.
Dasselbe beobachtet man, wenn man ein kaltes Glas mit demRande auf ein heißes Metall oder ein heißes Glas auf ein kaltesMetall bringt, so lange die ungleichförmige Temperatur auch dieStruktur etwas ändert. Aber diese Veränderungen sind vorüber-gehend und verschwinden, wenn der Druck aufhört, oder die Tempe-ratur sich ausgeglichen hat.
i §. 15. In einem schnell gekühlten Giasstücke sind die Stru-ktur-Veränderungen bleibend. Die verschiedenen Theile wirken^ungleichförmig auf das Licht, in einigen Theilen einem negativ po-llarisirendcn, in andren einem positiv polarisirenden Krystallegleich; zwischen beiden sind indifferente Zonen.
24 »